Libyen

Muammar Gaddafi will erbittert weiter kämpfen

Libyens Ex-Diktator Muammar Gaddafi will sich "niemals ergeben". Das ließ er über einen regimetreuen TV-Sender verlauten. Über seinen Aufenthaltsort wird weiter spekuliert.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Der libysche Machthaber Muammar Gaddafi hat seine Anhänger zur Fortsetzung der Kämpfe gegen die Rebellen aufgerufen.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Der libysche Diktator Muammar Gaddafi will sich „niemals ergeben“ und „den Kampf fortsetzen“. Dies kündigte er in einer am Donnerstag vom syrischen Satellitensender al-Rai TV in Auszügen verbreiteten Botschaft an. Ihm ergebene Stämme seien bewaffnet und würden weiter kämpfen, hieß es. „Wir werden nicht aufgeben. Wir sind keine Frauen, wir werden weiter kämpfen“, habe Gaddafi gesagt, hieß es in dem Bericht. Gaddafi wird derzeit von den Aufständischen in Libyen gesucht, sein Aufenthaltsort ist nicht bekannt.

"Selbst wenn Ihr meine Stimme nicht hören könnt, setzt den Widerstand fort“, heißt es in der in schriftlichen Auszügen verbreiteten Botschaft Gaddafis, die Regime-nahe Sender nach eigenen Angaben später ausstrahlen wollte.

Die Veröffentlichung fällt auf den 42. Jahrestag von Gaddafis „Revolution“, die ihn an die Macht brachte. Gaddafi hat sich seit dem Vormarsch der Rebellen schon mehrfach in Audiobotschaften zu Wort gemeldet. Über den Aufenthaltsort von Gaddafi herrscht weiter Unklarheit. Möglicherweise hält er sich in seiner Geburtsstadt Sirte auf. Die Küstenstadt wird noch von Gaddafi-Anhängern gehalten.

Zuvor hatte es geheißen, Gaddafi halte sich in der Wüstenstadt Bani Walid auf, etwa 150 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tripolis. Das sagte Abdel Majid, ein hoher Kommandeuer des libyschen Übergangsrates der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach hätte eine Person, "der wir vertrauen" behauptet, Gaddafi sei dorthin mit seinem Sohn Saif al-Islam geflüchtet. Begleitet werden sollen die beiden von Geheimdienstchef Abdullah al-Senoussi. Drei Tage nach der Eroberung von Tripolis hätten sich die drei Richtung Wüste abgesetzt.

Die algerische Zeitung „Al-Watan“ berichtet, Gaddafi habe sich in Algerien um Asyl bemüht, der algerische Präsident habe seine Telefonanrufe jedoch nicht entgegengenommen. Algerien hat Gaddafis Ehefrau und drei seiner Kinder aufgenommen. Auf die Frage, ob auch Gaddafi Asyl erhalten könne, sagte der algerische Außenminister am Donnerstag, er denke nicht, dass das möglich sei.

Zuvor hatten die libyschen Rebellen, die vergangene Woche die Hauptstadt Tripolis eingenommen hatten, das Ultimatum an die Gaddafi-treuen Truppen in Sirte um eine Woche verlängert. Ursprünglich hatten die Aufständischen den Anhängern des einstigen Machthabers eine Frist bis Sonnabend eingeräumt, um zu kapitulieren.