Drei tote Soldaten

Hintermann des Karfreitags-Anschlags auf freiem Fuß

Ein deutsches Spezialkommando stellte einen Taliban-Kämpfer, der an dem Angriff auf deutsche Soldaten beteiligt war. Doch aus Mangel an Beweisen wurde der Mann freigelassen.

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Afghanische Justizbehörden haben einen Mann freigelassen, der für die Anschläge vom Karfreitag 2010 mitverantwortlich sein soll, bei denen drei deutsche Soldaten getötet wurden. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Der Taliban-Kämpfer sei zuvor von deutschen Spezialkräften aufgespürt und bei einer Geheimoperation festgenommen worden.

Das „Kommando Spezialkräfte“ (KSK) in Calw habe die Recherchen bestätigt. „Afghanische Sicherheitskräfte haben mit Unterstützung der als Task Force 47 im Regionalkommando Nord eingesetzten Spezialkräfte der Bundeswehr am 6. März 2011 im Distrikt Chahar Darrah, circa zehn Kilometer westlich der Stadt Kunduz, den Mohammed Naim festgenommen.“

Keine hinreichenden Beweise

Naim stehe im dringenden Verdacht, am 2. April 2010 auf Seiten der regierungsfeindlichen Kräfte an den Angriffen auf eine deutsche Isaf-Patrouille beteiligt gewesen zu sein, bei denen drei Soldaten der Bundeswehr getötet und weitere schwer verletzt worden waren. Nach seiner Festnahme sei Naim demnach an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden in Kabul überstellt worden.

„Nach den vorliegenden Informationen hat Mohammed Naim seine Anwesenheit bei den Gefechten am 2. April 2010 eingeräumt, sich aber nicht weiter zu den Einzelheiten geäußert“, erklärte das „Kommando Spezialkräfte“ gegenüber der Zeitung.

„Mangels hinreichender Beweise für eine unmittelbare Tatbeteiligung soll er Anfang Juni 2011 von der ermittelnden Staatsanwaltschaft wieder freigelassen worden sein“, heißt es in der Stellungnahme des KSK.