Attentäter von Norwegen

War britischer Millionär Anders Breiviks Mentor?

Anders Behring Breivik war im Forum der rechtsextremen "British Defence League" aktiv. Ihr Finanzier war womöglich sein Mentor – bestreitet aber, ihn je getroffen zu haben.

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik stand offenbar in Kontakt mit britischen Rechtsextremisten, einer ihrer Anführer soll spiritueller Mentor des Norwegers gewesen sein. Breivik war noch bis zum Frühjahr dieses Jahres im Internet-Forum der rechtsradikalen „English Defence League“ (EDL) aktiv und sympathisierte mit der Ideologie der Organisation.

„An alle guten Engländer und Engländerinnen, wollte nur sagen, dass ihr ein Segen für alle in Europa seid“, heißt es in einem Eintrag. „In diesen dunklen Zeiten schaut ganz Europa auf euch auf der Suche nach Inspiration, Courage und der Hoffnung, dass wir diesen teuflischen Trend der Islamisierung unseres Kontinents abwenden.“

Breivik nannte sich im britischen Internetforum „Sigur Jorsalfare“, nach einem norwegischen König, der im 12. Jahrhundert einen Kreuzzug anführte. Den Codenamen „Sigur“, so schrieb Breivik in seinem 1500-Seiten starken Manifest, habe er 2002 beim Gründungstreffen einer Tempelritter-Organisation in London erhalten. Dabei waren laut Breivik „erfolgreiche Unternehmer, Geschäftsleute und politische Führer“ aus der rechtskonservativen Szene.

Laut einem EDL-Insider handelt es sich bei Breiviks Mentor höchstwahrscheinlich um den einflussreichen Ideologen und Finanzier der Gruppe, Alan Lake. Der erfolgreiche Geschäftsmann und Millionär aus Highbury (London), gilt als fundamentalistischer Christ und bekennender Islam-Gegner. Im Internet äußerte Lake häufig seinen Hass auf Muslime und seine Verehrung für rechtsradikale Ideologen.

Erst im vergangenen Jahr publizierte der Brite auf der rechtspopulistischen Webseite „4freedoms“ einen Essay mit dem Titel „Die End-Lösung“. Darin beschreibt Lake, wie Europa sich gegen Muslime verteidigen solle. Gegenüber dem norwegischen Fernsehsender „TV 2“ gab Lake Anfang des Jahres zu, dass er Finanzier der im Jahr 2009 gegründeten „English Defence League“ ist.

"Ich habe ihn nie getroffen"

Am Mittwoch meldete sich Alan Lake im Internet zu Wort und bestritt, Breivik jemals getroffen zu haben. „Ich kenne diesen Mann nicht, ich habe ihn nie getroffen, ich bin nicht sein Mentor“, heißt es. Er sei auch nicht an einem von Breivik beschriebenen Templer-Orden beteiligt.

Kurz nach den Taten in Oslo äußerte Lake noch Sympathie für die Tat. Der Norweger habe offenbar ein Zeichen gegen die Islamisierung Europas setzen wollen, schrieb Lake: „Indem er die linken Politiker angreift, die dies (Islamisierung) ermöglichen, haben diese im Prinzip den Wind geerntet, den sie gesät haben.“

Auf Nachfrage von "Morgenpost Online“ wollte sich das britische Home Office nicht zu möglichen Verbindungen Breiviks zu britischen Rechtsradikalen äußern. Die Ermittlungen seien noch im Gange.