Putin-Ehrung

Quadriga-Preis soll offenbar ausgesetzt werden

Erneut Unmut über den geplanten Quadriga-Preis: Tschechiens Ex-Präsident Vaclav Havel droht mit der Rückgabe seines Preises, falls Putin geehrt werden sollte.

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Der frühere tschechische Präsident Vaclav Havel will den ihm vor zwei Jahren verliehenen Quadriga-Preis für den Fall zurückgeben, dass die Auszeichnung in diesem Jahr an den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin vergeben wird.

Havel habe dem Kuratorium des Quadriga-Preises bis Montag Zeit eingeräumt, die Preisvergabe an Putin zu überdenken, berichtet die Zeitung „Bild am Sonntag“ vorab.

Krisensitzung des Quadriga-Kuratoriums

Mit der Aussetzung des Quadriga-Preises an alle Preisträger in diesem Jahr befasste sich nach Informationen der Zeitung am Freitagmittag eine Krisensitzung des Quadriga-Kuratoriums. Die Entscheidung des Kuratoriums werde noch an diesem Wochenende erwartet. In der Sitzung habe sich eine Mehrheit für die Aussetzung in diesem Jahr abgezeichnet.

Nach dem Rücktritt mehrerer Mitglieder aus dem Kuratorium des Netzwerkes Quadriga hat der frühere Preisträger Olafur Eliasson seine Auszeichnung aus Protest gegen die Entscheidung für Putin zurückgegeben . Der dänische Künstler hatte den Quadriga-Preis im Vorjahr für seine „Kunst der Interaktion“ verliehen bekommen.