Rüstungspläne

Putin verdoppelt Raketenproduktion wegen Libyen

Unter dem Eindruck der Luftangriffe auf Libyen päppelt Russlands Premier Putin die Rüstungsindustrie mit Milliarden. Vor allem die Luftabwehr soll modernisiert werden.

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Unter anderem mit den aktuellen Ereignissen in Libyen hat der russische Ministerpräsident Wladimir Putin Pläne Moskaus gerechtfertigt, die Raketenproduktion des Landes ab 2013 in etwa zu verdoppeln.

„Ab 2013 wird die Produktion von Raketensystemen praktisch verdoppelt“, sagte Putin nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen bei Beratungen über die russischen Rüstungsprogramme im sibirischen Botkinsk.

„Die aktuellen Ereignisse, insbesondere in Libyen, zeigen noch einmal, dass wir Grund haben, die militärischen Kapazitäten Russlands zu verstärken“, fügte Putin hinzu. In die Serienproduktion von Raketensystemen sollen demnach umgerechnet 1,9 Milliarden Euro investiert werden.

Der russische Regierungschef führte aus, dass insgesamt 130 verschiedene Arten militärischer Ausrüstung und Bewaffnung angeschafft werden sollen. Damit werde das Ziel verfolgt, dass die Armee bis 2020 zu 70 Prozent über moderne Ausrüstung verfüge. Alle Luftabwehr-Einheiten sollen mit modernen Systemen ausgestattet werden.

Im Februar hatte das russische Verteidigungsministerium einen Modernisierungsplan für die Armee bis 2020 im Umfang von 474 Milliarden Euro vorgelegt; das Geld soll vornehmlich in die Herstellung von Atomraketen zur Bewahrung des Rüstungsgleichgewichts mit den USA fließen. Außerdem sollen mehr als 600 Flugzeuge und 1000 Hubschrauber sowie 100 Schiffe für die Armee angeschafft werden.

Russland lehnt die Luftangriffe von Frankreich, Großbritannien, den USA und anderen westlichen Partnern in Libyen ab, mit denen eine Flugverbotszone zum Schutz der Zivilbevölkerung durchgesetzt werden soll.

Bei einem Fabrikbesuch bei Moskau hatte Putin die entsprechende UN-Resolution als „mittelalterlichen Aufruf zur Führung eines Kreuzzugs“ kritisiert.