Baschar al-Assad

"Kriege schaffen immer nur mehr Terrorismus"

Foto: REUTERS

Der syrische Präsident Assad fordert eine neue Strategie gegen Terrorismus. Statt mit Krieg soll der Terror mit Wirtschaftswachstum bekämpft werden.

Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus hat der syrische Präsident Baschar al-Assad eine neue Strategie des Westens gefordert. Die terroristische Bedrohung sei „heute stärker“ als vor den Anschlägen in den USA am 11. September 2001, sagte der syrische Staatschef der „Bild“-Zeitung. Assad warnte die westlichen Staaten vor der Annahme, das Problem des Terrorismus mit militärischen Mitteln lösen zu können: Kriege wie in Afghanistan und im Irak „schaffen immer nur noch mehr Terror“.


Assad rief den Westen dazu auf, dem Terrorismus vor allem mit wirtschaftlicher Aufbauhilfe den Nährboden zu entziehen. Er sagte: „Was den Westen wirklich beschützen kann, ist ausgewogene Politik, Wirtschaftswachstum. Wie können wir anderen Menschen bei Entwicklung, Ausbildung, Kultur helfen? So können wir mit dem Terror fertig werden, vielleicht auch noch durch den Austausch von Geheimdiensterkenntnissen, aber sicher nicht durch Kriege.“

Zu den Motiven von Selbstmordattentätern sagte Assad: „Es gibt zwei Seiten. Die eine Seite hat Raketen und Flugzeuge, aus denen sie Bomben abwirft. Die andere Seite hat all das nicht, will aber trotzdem kämpfen. Dieser Mensch kann also nur seinen Körper einsetzen. Das ist der Grund, aus dem Menschen sich in die Luft sprengen.“ Einigen Selbstmordattentätern gehe es nicht einmal um eine islamistische Ideologie. Sie handelten „einzig und allein aus Verzweiflung“.

Der syrische Präsident sagte: „Wenn wir Selbstmordattentate beenden wollen, dann müssen wir dieser Verzweiflung ein Ende setzen. Und Verzweiflung beendet man, indem man den Menschen ihre Rechte gewährt oder ihnen zumindest die Hoffnung gibt, dass sie eines Tages zu ihrem Recht kommen werden. Das ist die Lösung.“

( dpa/tma )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos