Murdoch-Zeitungen

Brown brach wegen Abhörskandals in Tränen aus

Großbritanniens Ex-Premier Gordon Brown beschuldigt die Redaktionen, mit Kriminellen zusammengearbeitet zu haben. Sie hätten Intimes aus seiner Familie erfahren.

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Der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown hat die Zeitungen des Medienunternehmers Rupert Murdoch erneut hart angegriffen. Die Redaktionen hätten mit bekannten Kriminellen kooperiert, um an vertrauliche Informationen über sein Privatleben , aber auch das von Menschen zu kommen, die „am Boden“ waren.

„Sie haben mit Kriminellen zusammen gearbeitet. Bekannten Kriminellen. Kriminellen mit Vorstrafen“, sagte Brown der Rundfunkanstalt BBC. In seiner Zeit als Premierminister habe sich die Zeitung „The Sunday Times“ aus Murdochs Medienunternehmen News International Group offenbar Informationen über sein Bankkonto, rechtlich relevante Unterlagen und möglicherweise weitere Dokumente verschafft. „Ich bin wirklich schockiert, dass ich feststellen muss, dass das passiert ist, weil Privatdetektive der 'Sunday Times' bekannte Kriminelle angeworben haben“, sagte Brown.

Brown und seine Frau seien in Tränen ausgebrochen

Er und seine Frau seien in Tränen ausgebrochen, als sie 2006 von der damaligen Chefredakteurin der Zeitung „The Sun“, Rebekah Brooks, informiert worden seien, dass das Blatt von der Mukoviszidose-Erkrankung seines Sohns Fraser wusste. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Zeitung auf legalem Weg an diese Informationen gekommen sein könnte.

Brooks ist jetzt Chefin von News International. Wegen der Enthüllungen über die Abhörpraktikten der inzwischen eingestellten Zeitung „News of the World“ war immer wieder ihr Rücktritt gefordert worden. Zu den Vorwürfen von Brown im Zusammenhang mit der Erkrankung seines Sohns erklärte die Zeitung, sie halte daran fest, dass sie auf legalem Weg Kenntnis davon erhalten habe.

Polizeibeamte müssen vor Gericht aussagen

Wegen des Abhörskandals bei der eingestellten Boulevardzeitung „News of the World“ – ebenfalls ein Blatt aus Murdochs Mediengruppe – mussten jetzt führende Beamte der Londoner Polizei vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss aussagen. Bei der Anhörung soll geklärt werden, warum nach dem Bekanntwerden der Fälle 2009 keine Ermittlungen gegen das Blatt eingeleitet wurden.

Die oppositionelle Labour-Partei forderte bereits vor der Anhörung den Rücktritt des stellvertretenden Leiters der städtischen Polizei, John Yates. Der hatte erklärt, er habe sich auf Empfehlung von Kollegen gegen eine Ermittlung gegen „News of the World“ entschieden. Vor dem Ausschuss räumte er ein, dass sei eine falsche Entscheidung gewesen. Die Zeitung habe der Polizei aber auch nicht alle Informationen gegeben, die ihr vorgelegen hätten.