EU-Beitrittsverhandlungen

Erdogan attackiert Autoren des Türkei-Berichts

Der türkische Premier glaubt: Der kritische Bericht über die Türkei wurde von unwissenden Leuten geschrieben, die nicht ganz "ausgeglichen" seien.

Mit scharfen Worten hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan einen kritischen Bericht des Europa-Parlamentes zurückgewiesen. „Es gibt nichts Ausgewogenes in diesem Bericht“, sagte Erdogan nach Presseberichten. „Ich glaube auch nicht, dass die Autoren des Berichts ganz ausgeglichen sind.“ Der Bericht sei offenbar „auf Bestellung“ von Türkei-Gegnern von Leuten geschrieben worden, die nichts über die Türkei wüssten.

In dem am Mittwoch vorgestellten Bericht hatte sich das EU-Parlament besorgt über mangelnde Reformen in der Türkei und über Einschränkungen der Pressefreiheit gezeigt. Die Türkei sei keine wahre pluralistische Demokratie, hieß es in dem Bericht. Auch die jüngsten Verhaftungen von Journalisten in der Türkei im Zuge von Ermittlungen gegen mutmaßliche Putschisten hatte Kritik der EU ausgelöst.

Die vor sechs Jahren begonnenen Beitrittsverhandlungen der Türkei gehen äußerst schleppend voran. Einige EU-Staaten sind strikt gegen eine Aufnahme des muslimischen Landes.