Griechenland

Politiker nach Sparprogramm Opfer von Übergriffen

Der Protest über das Sparprogramm in Griechenland hält an: Politiker wurden mit Joghurt übergossen und als "Verbrecher" beschimpft.

Foto: REUTERS

Nach der Verabschiedung des drastischen Sparprogramms in Griechenland sind Medienberichten zufolge mehrere Abgeordnete zum Ziel von Übergriffen radikaler Gegner des Vorhabens geworden.

In Lamia im Zentrum des Landes wurde der sozialistische Parlamentarier, der für die Sparbeschlüsse gestimmt hatte, nach einem Parteitreffen der regierenden Sozialisten von einer Menschenmenge geschlagen und mit Kaffee und Joghurt übergossen.

Protestbewegung der "Empörten"

Wie die Zeitung „Eleftherotypia“ berichtete, suchte der Politiker in einem Wohnhaus Zuflucht. Von dort konnte ihn die Polizei in Sicherheit bringen. In der mittelgriechischen Stadt Trikala beschmierten Anhänger der Protestbewegung der „Empörten“ die Büros von fünf sozialistischen Abgeordneten mit Farbe.

In Komotini und Alexandroupolis klebten Gegner der Sparbeschlüsse „Fahndungsplakate“, auf denen mehrere Parlamentarier als „Verbrecher“ beschimpft wurden, an die Hauswände.

Am vorigen Freitag waren in Chania die Büros aller Abgeordneten aus der Stadt auf Kreta verwüstet worden. Am Mittwoch war ein Parlamentarier in Athen unmittelbar nach der Verabschiedung des Vorhabens von Demonstranten mit Wasser übergossen worden.

Die Sparbeschlüsse hatten den Weg für die Gewährung weiterer Milliarden-Kredite für Griechenland frei gemacht und das Land vor einem Staatsbankrott bewahrt.