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1000 saudische Soldaten marschieren in Bahrain ein

Truppen aus dem Nachbarland sollen die Macht des Königs von Bahrain sichern. Dort demonstrieren Schiiten seit Wochen gegen die Herrscherfamilie.

Foto: AFP / AFP Photo / Bahrain TV

Truppen aus Saudi-Arabien sind in Bahrain einmarschiert, um die Macht des Königs trotz heftiger Proteste der Opposition zu sichern. Etwa 1000 Soldaten seien eingerückt, hieß es in saudischen Regierungskreisen. Nach Aussage von Augenzeugen bewegten sich die nur leicht bewaffneten Truppen auf Riffa zu, eine sunnitische Gegend, in der die Königsfamilie lebt und in der sich auch ein Militärkrankenhaus befindet.

Augenzeugen berichteten von 150 gepanzerten Truppentransportern und 50 weiteren Fahrzeugen, darunter Ambulanzen, Tankwagen mit Trinkwasser, Busse und Geländewagen. Panzer oder Raketenwerfer seien nicht zu sehen, sagten die Augenzeugen. Die Soldaten seien über die 25 Kilometer lange Brücke von Saudi-Arabien aus in den Inselstaat gelangt. Auf dem Parkplatz des Militärhospitals seien Erste-Hilfe-Zelte aufgebaut worden.

Hunderte Bahrainer versammelten sich an einem Verkehrskreisel, der mit dem Auto etwa eine halbe Stunde von der Brücke entfernt ist, um sich gegen eine Niederschlagung der Proteste durch die fremden Truppen zu wehren.

USA rufen zur Zurückhaltung auf

In saudischen Regierungskreisen hieß es, die Soldaten seien Teil einer Eingreiftruppe des Golf-Kooperationsrates. Dem Gremium gehören sechs Staaten an, es stimmt die Militär- und Wirtschaftspolitik in der Region ab. Die regierungsnahe Tageszeitung „Gulf Daily News“ berichtete, die ausländischen Soldaten sollten wichtige Teile der Infrastruktur sichern und die Energie- und Trinkwasserversorgung gewährleisten. Sie sollten aber auch Gebäude der Finanzbranche schützen.

Die USA riefen andere Golfstaaten zur Zurückhaltung auf, falls sie ebenfalls die Entsendung von Truppen planten. „Wir fordern unsere Partner im Kooperationsrat auf, Zurückhaltung zu zeigen und die Rechte des bahrainischen Volkes zu achten“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tommy Vietor. Die Nachbarstaaten sollten besser den Dialog fördern als ihn zu unterminieren. Die Fünfte Flotte der US-Marine ist in Bahrain stationiert.

Opposition verurteilt den Einmarsch

In Bahrain demonstrieren Angehörige der schiitischen Mehrheit seit Wochen gegen die sunnitische Herrscherfamilie. Saudi-Arabien ist in Sorge, dass die Proteste auf die eigene schiitische Minderheit im Osten des Landes übergreifen könnten, der ein Zentrum der Ölindustrie ist.

Die Opposition in Bahrain verurteilte den Einmarsch der saudiarabischen Truppen als Angriff auf wehrlose Bürger. „Wir betrachten das Einrücken saudiarabischer und anderer Soldaten aus den Golfstaaten zu Lande, zu Wasser oder über den Luftweg als Besatzung“, erklärten die Oppositionellen. Die Regierung im Manama hatte die Nachbarländer um ein Eingreifen gebeten, nachdem Angehörige der schiitischen Mehrheit Polizeiabsperrungen überwunden und Straßensperren errichtet hatten.

In Bahrains Hauptstadt Manama hatten sich die Proteste am Wochenende verschärft: Bei Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten kam es am Sonntag mit zu den schwersten Zusammenstößen, seit Truppen Ende Februar sieben Demonstranten getötet hatten.