Unruhen

Saudi-Arabien stärkt Bahrains König den Rücken

Das Köngreich Saudi-Arabien stehe "mit all seinen Fähigkeiten" hinter der Herrscherfamilie in Bahrain, ließ Innenminister Prinz Najef erklären.

Foto: dpa / dpa/DPA

Saudi-Arabien betrachtet die Unruhen in Bahrain offenbar mit wachsender Besorgnis. Der große Nachbar versicherte der Herrscherfamilie Bereitschaft, ihr „mit all seinen Fähigkeiten“ Rückendeckung zu geben.

Das sunnitisch geführte Saudi-Arabien stützt die ebenfalls sunnitische Al-Chalifa-Famiie finanziell und bemüht sich schon lange zu verhindern, dass der kleine Golfstaat mit seiner mehrheitlich schiitischen Bevölkerung in den Einflussbereich des Irans entgleitet. Bahrain mit seinen schwindenden Ölreserven ist finanziell und sicherheitspolitisch stark von Saudi-Arabien abhängig.

Ob die Äußerungen vom Sonntag drauf hindeuten, dass Saudi-Arabien in Bahrain einzugreifen erwägt, oder ob sie lediglich Ausdruck wachsender Besorgnis in der saudischen Führung waren, blieb unklar. Manche Kenner der Region weisen indes schon länger warnend darauf hin, dass eine konzertierte Kampfansage der Schiiten an die Monarchie in Bahrain eine Intervention Saudi-Arabiens auslösen könnte, das selbst eine unruhige schiitische Minderheit hat.

Seit Beginn der Proteste in Bahrain vor einer Woche hatte Saudi-Arabien bislang weitgehend dazu geschwiegen. Am Sonntag gab es zwei Verlautbarungen in rascher Folge. Die amtliche saudi-arabische Nachrichtenagentur berichtete, das Königreich verfolge die Entwicklung in Bahrain „mit Sorge“. Es hoffe auf die „Wiederherstellung von Ruhe und Stabilität“ unter Bahrains „kluger Führung“. Weiter hieß es: „Das Königreich Saudi-Arabien steht mit all seinen Fähigkeiten hinter dem Staat und dem Brudervolk von Bahrain.“

Kurz darauf wurde gemeldet, dass der einflussreiche saudische Innenminister Prinz Najef den König von Bahrain, Hamad bin Isa al Chalifa, angerufen und ihm eben diese Botschaft übermittelt habe.