Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat einen für kommende Woche geplanten Besuch in Schweden abgesagt. Das bestätigte Außenminister Carl Bildt in der Nacht zm Freitag in seinem Internetblog (www.bildt.wordpress.com). Erdogan reagierte damit auf eine Resolution des Stockholmer Reichstages, mit der die Tötung von Armeniern und anderen ethnischen Gruppen 1915 im Osmanischen Reich als Völkermord eingestuft wird.
Die Türkei hat auch ihre Botschafterin aus Stockholm bis auf weiteres abgezogen. Die Resolution passe nicht zu der engen Freundschaft beider Staaten, kritisierte der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan. Wegen einer ähnlichen Resolution in einem US-Kongressausschuss hatte die Türkei vergangene Woche auch ihren Botschafter in Washington zurückgerufen.
Bildt distanziert sich von der mit einer Stimme Mehrheit verabschiedeten Erklärung des eigenen Parlaments. Er schrieb in seinem Blog: „Die Geschichte durch Abstimmungen im Reichstag zu politisieren, ist alles andere als konstruktiv.“ Es beunruhige ihn vor allem, dass dies von Reformgegegnern in der Türkei ausgenutzt und der Versöhnungsprozess zwischen Türken und Armeniern gestoppt werden könne.
Die Türkei und Armenien streiten seit Jahrzehnten über die historische Bewertung der Ereignisse. Die Regierung in Ankara akzeptiert die Zahl von 1,5 Millionen Toten nicht und hat mehrfach erklärt, es habe auf beiden Seiten viele Tote gegeben.
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Reuters/dpa




