Medwedjew-Interview

Russland entwickelt neue Atomraketen

Mitten in den atomaren Abrüstungsverhandlungen mit den USA hat der russische Präsident Dmitri Medwedjew die Entwicklung neuer Atomraketen angekündigt. Trotz der geplanten Reduzierung atomarer Sprengköpfe werde Russland nichts an seiner Verteidigungskraft einbüßen.

Foto: dpa

Russland will trotz des angestrebten Abkommens zur atomaren Abrüstung mit den USA neue Atomraketen entwickeln. Ohne diese Waffen sei es nicht möglich, das Land zu verteidigen, sagte der russische Präsident Dmitri Medwedew am Donnerstag in einem Live-Fernsehinterview zum Jahresende. Russlands Staatschef bekräftigte aber zugleich die Hoffnung, dass sein Land und die USA sich auf ein neues Abrüstungsabkommen einigen. Die Verhandlungen seien schon weit fortgeschritten, es handele sich jedoch um ein „schwieriges Thema“, fügte Medwedew hinzu.

Russland und die USA verhandeln seit Wochen über einen neuen Start-Abrüstungsvertrag. Das alte Start-Abkommen war am 5. Dezember ausgelaufen. Der 1991 unterzeichnete Vertrag gilt als Grundpfeiler der Waffenkontrolle. US-Präsident Barack Obama und Medwedew hatten im April Verhandlungen über ein neues Abkommen vereinbart.

Das russische Militär testete nach eigenen Angaben am Donnerstag erfolgreich eine Interkontinentalrakete vom Typ Wojewoda. Ein Armeesprecher sagte russischen Nachrichtenagenturen, das 34 Meter lange und mit atomaren Mehrfachsprengköpfen bestückbare Geschoss sei planmäßig in der Region um Orenburg nahe der Grenze zu Kasachstan abgefeuert worden.

Demnach schlug die Rakete wie vorgesehen auf der Halbinsel Kamtschatka ganz im Osten Russlands ein. Der Abschuss gehörte zu einer Serie von Tests, mit denen der Einsatz der Wojewoda-Raketen um mehrere Jahre verlängert werden soll.

Russische Militärdiplomaten betonten, dass die USA vorab über den Test informiert worden seien. Damit halte sich Moskau auch nach Auslaufen des Start-Vertrags über die Verringerung strategischer Offensivwaffen an Vereinbarungen, wonach sich die Seiten über Tests unterrichten.

In Russland waren zuletzt mehrere Tests mit der neuen Interkontinentalrakete „Bulawa“ gescheitert. Deshalb soll die bereits seit 21 Jahren eingesetzte „Wojewoda“ nun länger im Dienst bleiben.

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