Spanien

Polizei schnappt mutmaßlichen Eta-Militärchef

Ob Waffen oder Sprengstoff, Alejandro Zobarán Arriola konnte alles für die Terrororganisation Eta besorgen. Durch Zufall hat ihn die Polizei jetzt verhaftet.

Die französische Polizei hat nach Informationen des spanischen Rundfunks den mutmaßlichen Militärchef der baskischen Untergrundorganisation Eta gefasst. Alejandro Zobarán Arriola sei im Norden Frankreichs festgenommen worden, meldete der nationale spanische Radiosender. Die französischen Behörden gaben die Festnahme von vier mutmaßlichen Eta-Mitgliedern im Département Pas-de-Calais bekannt.

Die französischen Ermittler machten keine Angaben über deren Identität und Funktion innerhalb der Organisation. Nach Informationen der Onlineausgabe der spanischen Tageszeitung „El Pais“ wurden die vier Männer in einem Haus in der Kleinstadt Willencourt nördlich von Amiens festgenommen. Dabei seien Waffen und Dokumente beschlagnahmt worden. Die Polizei sei den vier Eta-Mitgliedern bereits seit mehreren Tagen auf der Spur gewesen. Ein Mann, bei dem sie als angebliche Studenten unterkommen wollten, habe Verdacht geschöpft und die Polizei alarmiert.

Nach Angaben spanischer Medien führte Zobarán seit Mai 2010 den militärischen Apparat der Eta; sein Vorgänger Mikel Karrera Sarobe war im südwestfranzösischen Bayonne festgenommen worden. Zobarán wäre das sechste Führungsmitglied der Eta, das binnen zwei Jahren verhaftet wurde. Er soll früher dem sogenannten Donosti-Kommando angehört haben, das in Spanien Anschläge auf Büros, Postämter und Banken verübte.

Seit einigen Jahren haben Frankreich und Spanien die Zusammenarbeit bei der Fahndung nach Eta-Mitgliedern verstärkt. Seit August 2009 hat die Untergrundorganisation in Spanien keinen Anschlag mehr verübt. Anfang des Jahres hatte die Eta einen Waffenstillstand erklärt, der aber von der Regierung in Madrid als unzureichend zurückgewiesen wurde.

Die von der Europäischen Union und den USA als Terrororganisation eingestufte Eta versucht seit mehr als vier Jahrzehnten, die Unabhängigkeit des Baskenlandes in Nordspanien und Südfrankreich zu erzwingen. Sie wird für den Tod von fast 830 Menschen verantwortlich gemacht.

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