+++ Live-Ticker Libyen +++

UN-Mandat für Flugverbotszone rückt näher

Großbritannien und Frankreich planen eine UN-Resulotion im Sicherheitsrat einzubringen. Ihr Ziel ist eine Flugverbotszone über Libyen.

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UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat ein Ende der Angriffe auf Zivilisten in Libyen gefordert.

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+++ 02.10 Uhr +++

Die Arabische Liga verlangt für die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen eine Genehmigung durch den UN-Sicherheitsrat . Man werde eine solche Maßnahme nicht pauschal unterstützen, sagte Hescham Jussef, Sprecher der Liga, am Montag der Nachrichtenagentur AP. „Wir werden kein unilaterales Vorgehen unterstützen, und wir werden keine Einmischung des Auslands in die inneren Angelegenheiten Libyens tolerieren“, sagte Jussef.

+++ 00.35 Uhr +++

Nato-Aufklärungsflugzeuge überwachen jetzt rund um die Uhr die militärischen Aktionen des Gaddafi-Regimes in Libyen . Man habe die Entscheidung getroffen, den Einsatz von Awacs-Maschinen im Mittelmeerraum von bislang zehn auf 24 Stunden täglich auszudehnen, sagte der amerikanische Nato-Botschafter Ivo Daalder. Ziel sei, " ein besseres Bild davon zu bekommen , was wirklich in diesem Teil der Welt vor sich geht."

Mit den Awacs-Flugzeugen verfügt die Nato über ein ausgeklügeltes Aufklärungs- und Frühwarnsystem. Mit ihren pilzförmigen Radaraufbau können die Maschinen Objekte in bis zu 400 Kilometern Entfernung orten und identifizieren. Das elektronische Auge kann ein Gebiet von mehr als 312.000 Quadratkilometern überblicken – das ist fast die Fläche Deutschlands. Die Abkürzung Awacs steht für "Airborne Warning And Control System" (luftgestütztes Warn- und Überwachungssystem).

Daaler wies darauf hin, dass die intensiv diskutierte Flugverbotszone nur eine "begrenzte Wirkung" auf tieffliegende Hubschrauber habe könnte, die von den Streitkräften Gaddafis eingesetzt werden. "Die Aktivität in der Luft ist nicht der entscheidende Faktor bei den Unruhen", sagte der Nato-Botschafter. "Es sind andere Dinge, die für die Vorgänge am Boden verantwortlich sind."

+++ 23.47 Uhr +++

Großbritannien und Frankreich bemühen sich um ein Mandat der Vereinten Nationen für eine Flugverbotszone über Libyen . Grund für die Vorbereitung einer Resolution des Sicherheitsrates seien Berichte, dass der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi Kampfhubschrauber gegen Zivilisten einsetze, sagte der britische Außenminister William Hague in London. In Paris und New York hieß es, die Vorbereitungen würden in enger Abstimmung mit den USA und Deutschland erfolgen. Diplomaten sagten, die Unterstützung der Vetomächte Russland und China für den militärischen Schritt sei schwierig, aber nicht unmöglich zu gewinnen .

Die Außenminister mehrerer Golf-Staaten drängten auf eine Flugverbotszone , mit der das libysche Volk vor Luftangriffen der Gaddafi-treuen Truppen geschützt werden soll. Der UN-Sicherheitsrat müsse die Menschen in dem nordafrikanischen Land schützen, sagte der Generalsekretär des Kooperationsrates der Golfstaaten in Abu Dhabi.

Aus Diplomatenkreisen hieß es, die Nato könnte mit der Durchsetzung der Flugverbotszone beauftragt werden. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte, die Organisation würde dies nur übernehmen, sollte der Sicherheitsrat sie damit beauftragen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprach sich gegen eine Militäraktion gegen Libyen aus.

Die US-Regierung wollte sich durch Forderungen der Republikaner nach einem entschiedeneren Vorgehen in Libyen nicht drängen lassen und hielt sich weiter alle Möglichkeiten offen. "Es wäre voreilig, ein Waffenarsenal an ein Postfach in den Osten Libyens zu schicken", sagte Regierungssprecher Jay Carney in Washington. Im Osten des Landes hat Gaddafi seit jeher weniger Unterstützung. Dort haben die Rebellen vielfach die Kontrolle übernommen.

In den vergangenen Tagen hatten neben führenden Republikanern auch demokratische Senatoren Präsident Barack Obama gedrängt, die Aufständischen stärker zu unterstützen . Aus der Regierung hieß es, es sei immer noch nicht klar, wer die entscheidenden Köpfe der Rebellen seien und welche Art von Regierung sie nach einem Sturz Gaddafis anstreben würden.

Die Nato begann mit einer 24-Stunden-Luftüberwachung Libyens durch Awacs-Flugzeuge , wie der US-Botschafter bei der Nato mitteilte. Dadurch wolle das Bündnis ein besseres Bild der Lage in dem umkämpften Land bekommen.

+++ 23.09 Uhr +++

Nach einem Bericht des Fernsehsenders Al-Dschasira bietet Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi den Aufständischen einen Volkskongress an. Dabei solle es darum gehen, seinen Rücktritt gegen Garantien zu ermöglichen.

+++ 21.25 Uhr +++

Der libysche Außenminister Mussa Kussa wirft den USA, Großbritannien und Frankreich vor, mit einer Verschwörung die Spaltung Libyens voranzutreiben. „Es ist klar, dass Frankreich, Großbritannien und die USA jetzt mit den Abtrünnigen in Ostlibyen in Kontakt treten. Das heißt, es gibt eine Verschwörung, um Libyen zu spalten “, sagt Kussa vor Journalisten in Tripolis. Daran bestehe kein Zweifel. Der „Kolonialismus ist wieder zurückgekehrt“ , sagte Kussa. Die territoriale Integrität seines Landes sei jedoch unantastbar. „Wir werden dafür sterben“, so Kussa.

+++ 20.13 Uhr +++

Die Nato wird Libyen 24 Stunden lang aus der Luft überwachen – mit Hilfe von Awacs-Flugzeugen . Das sagt der US-Botschafter bei der Nato, Ivo Daalder.

+++ 19.09 Uhr +++

Die Opposition in Libyen ist nach den Worten ihres Anführers Mustafa Abdel Dschalil bereit, auf einen Prozess gegen Muammar al-Gaddafi zu verzichten , falls der Machthaber das Land verlässt. „Wenn Gaddafi akzeptiert, das Land zu verlassen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, würden wir die Forderung aufgeben, dass er vor ein Gericht gestellt werden muss“, sagte Ex-Justizminister Dschalil, der dem von den Aufständischen gegründeten Nationalrat vorsitzt, der Onlineausgabe des Magazins „stern“. Kontakt zu Gaddafi habe er aber nicht , sagte Dschalil weiter.

+++ 17.37 Uhr +++

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die internationale Gemeinschaft aufgefordert, das libysche Volk zu beschützen . Besonders der UN-Sicherheitsrat solle die "historische Verantwortung wahrnehmen, dieses freundliche Volk zu schützen" , sagte Außenminister Abdullah bin Said al-Nahjan .

+++ 17.26 Uhr +++

US-Präsident Barack Obama bekräftigt nach einem Gespräch mit Australiens Premierministerin Julia Gillard , dass die Nato militärische Optionen in der Libyen-Krise erwäge. Die Gewalt der Gaddafi-Regierung gegen das eigene Volk sei inakzeptabel. Obama bewilligt 15 Millionen US-Dollar für humanitäre Hilfe für Libyen.

+++ 17.09 Uhr +++

Bei Luftangriffen durch Kampfjets des Gaddafi-Regimes sterben laut mehreren Zeugen ein Mann und eines von zwei Kindern in einem Auto. "Das Innere des Autos und Teile der Karosserie sind mit Blut bespritzt , im Inneren liegen Kinderschuhe herum", berichtet ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 16.58 Uhr +++

US-Verteidigungsminister Robert Gates warnt, dass jeder ausländische Militäreinsatz in der Libyen-Krise von der internationalen Gemeinschaft gestützt werden muss.

+++ 16.30 Uhr +++

Augenzeugen berichten über Luftangriffe der Gaddafi-Truppen auf Ras Lanuf. Splitter hätten ein Auto getroffen , mindestens ein Mensch sei möglicherweise dabei getötet worden.

+++ 15.44 Uhr +++

Bei den Kämpfen um Ras Lanuf sollen drei Menschen gestorben sein. Das schreibt Al-Dschasira auf ihrer Homepage.

+++ 15.41 Uhr +++

Die Vereinten Nationen befürchten eine Verdoppelung der Zahl der Flüchtlinge aus Libyen auf 400.000 Menschen . Zudem könnten rund 600.000 Menschen innerhalb des Bürgerkriegslandes auf Nothilfe angewiesen sein, warnte das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) am Freitag in Genf.

+++ 15.16 Uhr +++

Die EU ist Diplomaten zufolge kurz davor, die Sanktionen gegen Libyen auszuweiten . Die Strafmaßnahmen sollen auch die staatliche Investmentbehörde des Landes treffen. Dabei handelt es sich um einen 70 Milliarden Dollar schweren Staatsfonds , der unter anderem an der italienischen Großbank UniCredit und an dem Fußballverein Juventus Turin Anteile hält.

+++ 15.04 Uhr +++

Die Nato ist zu einem Eingreifen in Libyen bereit, wird ohne Mandat der Vereinten Nationen aber nicht aktiv werden. Das erklärt Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Brüssel. Bislang gebe es keine Anfrage von keiner Seite, um etwa eine Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Staat einzurichten oder Schiffe mit möglichen Waffenlieferungen abzufangen.

+++ 14.58 Uhr +++

Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi will sein politisches Überleben angeblich dadurch sichern, dass er Hunderte von Afrikanern in kleinen Booten nach Europa schickt. Ein Rebellenkommandeur aus der Stadt Misurata sagte, Anhänger von Oberst Gaddafi hätten bereits vor einigen Tagen auf mehreren Baustellen rund um Misurata 170 afrikanische Arbeiter und 30 Ägypter „eingesammelt“.

Auch an anderen Orten seien Ausländer „abgeführt“ worden. Diese sollten nun mit kleinen Booten vom Hafen Al-Choms aus über das Mittelmeer in Richtung Südeuropa in See stechen. Gaddafi hatte vor einigen Tagen gedroht, wenn sein Regime stürzen sollte, sei Europa von einer Welle illegaler Einwanderer bedroht.

+++ 14.12 Uhr +++

Nach der kurzzeitigen Festnahme eines Diplomatenteams in Libyen will Großbritannien offenbar eine neue Gruppe in das nordafrikanische Land entsenden. Sie soll Kontakte zu den Aufständischen herstellen, die gegen die Truppen von Staatschef al-Gaddafi kämpfen.

+++ 14.02 Uhr +++

Ein Sprecher der Opposition, Abdel Basset Abu Zouriq, sagt gegenüber Al-Dschasira, dass die Aufständischen die Macht über Misurata hätten. Die Gaddafi-Truppen seien außerhalb der Stadt.

+++ 13.49 Uhr +++

Gaddafi bezeichnet das von ihm geführte Land als Bollwerk gegen Flüchtlingsströme aus Afrika nach Europa . „Millionen Schwarze“ könnten versuchen, über das Mittelmeer nach Frankreich und Italien zu gelangen, sagt Gaddafi dem Fernsehsender France 24. Zudem sei sein Land ein bedeutender Partner im Kampf gegen die radikal-islamische al-Qaida. Bei der Sicherung des Mittelmeers spiele Libyen eine wichtige Rolle, dem Land komme eine wichtige Aufgabe beim Schutz des Friedens in der Region sowie in der Welt zu.

+++13:18 Uhr+++

Seit Beginn der Kämpfe in Libyen haben nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) über 213.000 Gastarbeiter das Land verlassen. Weitere Hunderttausende versuchten weiterhin, sich in Sicherheit zu bringen.

+++ 12.43 Uhr +++

Die Vereinten Nationen bitten um Spenden für Libyen in Höhe von 160 Millionen Dollar . Damit soll die humanitäre Hilfe für die kommenden drei Monate gesichert werden. Das Geld soll denjenigen zukommen, die vor den Unruhen in Libyen fliehen. Viele von ihnen sind Ausländer und sollen nun in ihre Heimatländer zurückgebracht werden. Zum anderen sollen damit auch die Menschen im Land selbst unterstützt werden, unter anderem mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe

+++ 12.13 Uhr +++

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) begrüßt die Ernennung eines UN-Sondergesandten für Libyen. Der ehemalige jordanische Außenminister Abdelilah el Chatib sei ein „erfahrener Politiker aus der Region, der dem humanitären und politischen Einsatz der Staatengemeinschaft für Libyen Gesicht und Stimme“ geben könne, erklärt Westerwelle.

Seine Aufgabe ist es laut Auswärtigem Amt, schnellstmöglich durch Gespräche in Libyen und der Region die aktuelle humanitäre Situation sowie die weiteren Folgen der gewaltsamen Auseinandersetzungen zu bewerten.

+++ 12.10 Uhr +++

Die spanische Regierung befürwortet nach Informationen der Zeitung „El País“ unter bestimmten Bedingungen eine Militärintervention in Libyen . Spanien würde daran auch teilnehmen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Madrider Regierungskreise.

+++ 11.25 Uhr +++

Die Rebellen sehen weiter keinen Spielraum für einen breiten Dialog mit al-Gaddaf i. Grundlage jeglicher Gespräche sei ein Rücktritt des Machthabers, bekräftigte ein Vertreter der Aufständischen in Benghasi.

+++ 11.24 Uhr +++

Die italienische Regierung steht nach eigenen Angaben mit dem von Aufständischen gegründeten Nationalrat in Libyen in Verbindung. „Wir verfügen über bessere Kontakte als andere“, sagte Außenminister Franco Frattini dem Fernsehsender RAI1. Die italienische Regierung kenne den früheren libyschen Justizminister Mustafa Abdel Dschalil , der an der Spitze des Nationalrats steht, und die abtrünnigen Botschafter des nordafrikanischen Landes gut, ergänzte er. Italien wolle auf „diskrete“ Weise zu einer Lösung des Konflikts in seiner früheren Kolonie beitragen.

+++ 11.20 Uhr +++

Gaddafi wirft den internationalen Medien in einem Interview mit dem Fernsehsender France 24 vor, Lügen über die Lage in Libyen zu verbreiten.

+++ 11.07 Uhr +++

Der frühere tschechische Präsident Vaclav Havel spricht sich für einen Militäreinsatz in Libyen aus. Die ganze Welt habe al-Gaddafi lange für einen kuriosen Clown gehalten, tatsächlich sei der libysche Staatschef aber ein „verrückter Verbrecher“, sagt Havel der Zeitung "Hospodarske Noviny". Wenn der Bürgerkrieg in Libyen weiter andauere, solle der Westen die Aufständischen mit Waffen ausrüsten, den Luftraum sperren oder gezielte Angriffe auf Gaddafi fliegen, so Havel.

+++ 10.27 Uhr +++

Der libysche Machthaber al-Gaddafi wirft Frankreich Einmischung in die inneren Angelegenheiten seines Landes vor. „Das bringt einen zum Lachen, diese Einmischung in die inneren Angelegenheiten. Was wäre, wenn wir uns in die Angelegenheiten Korsikas oder Sardiniens einmischen würden“, fragt Gaddafi im französischen Fernsehsender France 24. Die französische Regierung hatte zuvor die Gründung des oppositionellen Nationalrates in Libyen begrüßt.

+++ 9.56 Uhr +++

Die Luftwaffe von Gaddafi flieg erneut einen Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Ras Lanuf . Das berichten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP von vor Ort. Aus Angst vor Angriffen der Gaddafi-Getreuen flohrn zuvor zahlreiche Menschen aus der umkämpften Stadt. Innerhalb einer Viertelstunde fuhren am Morgen ein Dutzend Autos in Richtung der weiter östlich liegenden Stadt Brega. Brega wird seit vergangener Woche von den Aufständischen kontrolliert. Entgegen der Warnungen der Rebellen machten sich einige Bewohner auch in Richtung Westen nach Bin Dschawad auf.

+++ 9.04 Uhr +++

Regierungskräfte rücken laut Augenzeugen auf die Ölstadt Ras Lanuf im Osten des Landes vor. Auch ein Kampfflugzeug sei am Himmel ausgemacht worden.

+++ 8.54 Uhr +++

Angesichts einer Gegenoffensive der Regierungstruppen in Libyen kündigen die Aufständischen an, sich neu zu formieren .

Außerdem bräuchten sie schwere Waffen . Mohamad Samir, ein Heeresoberst auf Seiten der Aufständischen, sagt der Nachrichtenagentur AP im Ölhafen Ras Lanuf, nach Rückschlägen am Sonntag bräuchten seine Truppen Verstärkung aus dem Osten des Landes, der von Regierungsgegnern kontrolliert wird.

+++ 7.04 Uhr +++

Libysche Rebellen haben bei Kämpfen gegen die Truppen von Gaddafi im Westen des Landes nach eigenen Angaben mehr als ein Dutzend Soldaten gefangen genommen. Ein Sprecher der Aufständischen sagt dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira, von den 14 Soldaten der Chamies-Brigade seien vier verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden.