Festnahmen in New York

Auf den Detroit-Attentäter folgen 20 weitere

| Lesedauer: 4 Minuten

Foto: dpa

Umar Farouk Abdulmutallab dürfte nicht der letzte im Jemen ausgebildete Selbstmordattentäter sein. Er selbst soll damit geprahlt haben, dass mit ihm 20 weitere junge Männer für Terroranschläge auf Flugzeuge ausgebildet worden seien. In New York nahm die Polizei zwei weitere Terrorverdächtige fest.

Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab hatte laut einem Medienbericht rund 20 Mitstreiter, die ebenfalls im Jemen für Terroranschläge auf Flugzeuge ausgebildet worden seien. Das berichtete der US-Sender CBS. Mit der Prüfung der Sicherheitsmängel, die Abdulmutallabs Anschlagsversuchs am 25. Dezember ermöglichten, wurde in Washington der frühere CIA-Chef John McLaughlin beauftragt.

CBS berichtete, Abdulmutallab habe nach Angaben des britischen Geheimdienstes damit geprahlt, „dass fast 20 weitere junge muslimische Männer im Jemen zur Anwendung der selben Technik zur Sprengung von Flugzeugen ausgebildet“ worden seien. Der 23-jährige Nigerianer war am 8. Januar vor Gericht zu den gegen ihn vorgebrachten Vorwürfen befragt worden und hatte auf nicht schuldig plädiert. Die US-Sicherheitsbehörden machten keine inhaltlichen Angaben zu Abdulmutallabs Verhören. Sie teilten lediglich mit, dass er „nützliche“ Informationen liefere.

Abdulmutallab muss sich in sechs Anklagepunkten verantworten, darunter versuchter Mord und versuchter Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe. Ihm droht lebenslange Haft.

Im Zuge von Ermittlungen zu mutmaßlichen Anschlagsplänen in New York hat die US-Bundespolizei zwei Verdächtige festgenommen. Die Ermittler sagten, der Taxifahrer Zarein Ahmedzay und der bosnische Einwanderer Adis Medunjanin hätten Kontakte zu dem zuvor inhaftierten Afghanen Najibullah Zazi unterhalten. Dieser soll Attentate zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September geplant haben.

Ahmedzay wurde vor einem Gericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn Falschaussage gegenüber der US-Bundespolizei FBI vorgeworfen. Er plädierte auf nicht schuldig. Die Vorwürfe gegen Medunjanin wurden nicht öffentlich gemacht, er wurde vorerst nicht vor ein Gericht gestellt. Beide Männer blieben nach Angaben der Behörden in Haft.

Beide Verdächtigen sollen Kontakte zu dem 24-jährigen Afghanen Zazi unterhalten haben, der zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 im vergangenen Jahr eine neue Serie von Attentaten geplant haben soll. Zazi hatte nach Angaben der Ermittler große Mengen Chemikalien gekauft. Auf seinem Computer sollen Anleitungen zum Bombenbau gefunden worden sein.

Zazi wird Verschwörung zum Gebrauch von Massenvernichtungswaffen zur Last gelegt. Zu einer Verschwörung gehören laut rechtlicher Definition aber mindestens zwei Beteiligte und die Behörden nannten bislang keinen mutmaßlichen Mitverschwörer. Gegen Zazis Vater und einen Iman wird in dem Fall ebenfalls ermittelt. Ihnen wird aber Falschaussage gegenüber dem FBI und kein Terror-Vergehen zur Last gelegt.

Die Festnahmen von Ahmedzay und Medunjanin erfolgten vor dem Hintergrund der Kritik an den US-Sicherheitskräften und -Geheimdiensten, die es nicht verhindert hatten, dass am ersten Weihnachtstag beinahe ein US-Passagierflugzeug im Landeanflug auf Detroit von einem Einzeltäter in die Luft gesprengt wurde. Obama hatte den Fall Zazi wiederholt als Beispiel erfolgreicher Anstrengungen der US-Sicherheitsbehörden genannt.

Schon nach Zazis Festnahme hatte US-Justizminister Eric Holder erklärt, damit sei der Fall noch lange nicht abgeschlossen. „Wir untersuchen eine breite Palette an Spuren, und wir werden weiter rund um die Uhr arbeiten um sicherzustellen, dass alle Beteiligten zur Rechenschaft gezogen werden“, kündigte Holder Ende September an.

Nach einem Bericht des Fernsehsenders NBC wurden die beiden nun festgenommenen Männer seit der Inhaftierung Zazis überwacht. Medunjanin wurde demnach nach einer Verfolgungsjagd mit dem FBI festgenommen, Ahmedzay nach Angaben seines Anwalts Michael Marinaccio während einer Nachtschicht in seinem Taxi.

Ahmedzay wird nach Angaben seines Anwaltes vorgeworfen, dass er nicht wahrheitsgetreu angegeben habe, was er über die Reise eines Verdächtigen in ein pakistanisches Trainingslager wisse. Bei dem Verdächtigen handelt es sich offenbar um Zazi, der in Pakistan im Lager einer Gruppe mit Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida ausgebildet worden sein soll. Ahmedzay, der nach Angaben seines Anwalts die US-Staatsbürgerschaft besitzt, war demnach 2008 auch nach Pakistan sowie nach Afghanistan gereist. In beiden Ländern habe Ahmedzay Verwandte, sagte Marinaccio.

Nach Informationen der „New York Times“ haben sich Ahmedzay und Medunjanin sich im Jahr 2008 gemeinsam mit Zazi in Pakistan aufgehalten. Die Drei waren demnach in New York zusammen zur Schule gegangen

( AFP/lac )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos