Bärbel Bas’ Rücktritt ist ein Verlust – für die Bundesregierung, für die SPD, für die Menschen in Deutschland. Eine Frau aus der Arbeiterklasse hatte es nach ganz oben geschafft. Hat als Bundestagspräsidentin höchste Ehren erworben und als Arbeitsministerin dringend notwendige Reformen mitgestaltet – ohne dabei die Menschen, für die sie im Amt war, aus dem Blick zu verlieren.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Das gilt doppelt für ihre Stieftochter, die sie in den Tod begleitet hat, während in Berlin Politik zu machen war. Was ihr das abverlangt haben mag, lässt sich nur erahnen. Am Ende hat die Kraft nicht mehr gereicht. Lesen Sie dazu, was Bärbel Bas über die letzte Zeit mit ihrer verstorbenen Stieftochter sagt.
Man mag über die Details ihres Rücktritts unterschiedlicher Meinung sein. Bas bedauerte selbst im ARD-Interview ihre Kritik am Koalitionspartner Union und hätte rückblickend lieber auf diese verzichtet.
Unabhängig davon hat Bas es verdient, dass wir ihr parteiübergreifend in diesem Moment zuhören.

Bärbel Bas‘ emotionales Interview: Es lohnt sich, ihr zuzuhören
Einmal aus Respekt vor einer Frau, die eben nicht wie so viele andere Politiker die eigene Karriere über alles stellt, sondern der an einer erfolgreichen Regierung gelegen ist. Die lieber den Posten aufgab, damit andere weitermachen können. Man darf schon deswegen hoffen, dass Bas die Kraft für den Weg zurück in die erste Reihe findet.
Aber auch, weil uns hier ein Mensch begegnet, der öffentlich bekennt: Ich kann nicht mehr. Solch ein Eingeständnis ist kein Zeichen von Schwäche. Es zeigt enorme Stärke.
Und schließlich, weil wir in der dauermedialen Öffentlichkeit einmal innehalten können, in diesem Moment. Uns selbst zuhören und uns fragen können: Wo können wir mehr Nachsicht mit unseren Mitmenschen haben?




