Es ist eine Vorstellung, mit der sich wohl niemand gerne auseinandersetzt, die für manche Menschen jedoch traurige Realität ist: unheilbar krank zu sein und zu wissen, dass die körperlichen oder geistigen Fähigkeiten im weiteren Krankheitsverlauf zunehmend nachlassen werden. Begleitet von der Gewissheit, irgendwann nicht mehr man selbst zu sein und nichts dagegen tun zu können. Das ist einer der möglichen Gründe, weshalb Menschen sich zu einem assistierten Suizid entscheiden. Und das sollten sie auch weiterhin nicht nur theoretisch dürfen, sondern unter entsprechenden Voraussetzungen auch tatsächlich die Möglichkeit dazu haben.
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In der Ärzteschaft herrscht Unsicherheit – wegen fehlender rechtlicher Regelungen?
Das Bundesverfassungsgericht hat bereits 2020 entschieden, dass es ein Grundrecht für selbstbestimmtes Sterben gibt und man sich dafür auch von anderen helfen lassen kann. Neben Sterbehilfeorganisationen sind dafür vor allem Ärztinnen und Ärzte naheliegende Ansprechpersonen. Eine neue Studie liefert nun jedoch Anhaltspunkte, dass es Hilfesuchende bei ihnen mit ihrem Anliegen zunehmend schwerer haben. Ein Drittel der Ärzteschaft ist nicht persönlich zur Suizidhilfe bereit, ein Drittel ist sich unsicher. Dabei ist der Anteil der Zweifelnden von 18 auf 32 Prozent gestiegen. Bekommen Hilfesuchende keine Hilfe, könnte die Zahl gewaltsamer Suizide – die sowohl für die Person selbst, als auch für Umfeld und Umwelt sehr belastend und traumatisch sein können – steigen.

Schuld an dieser Entwicklung könnten das gesetzliche Nichts auf dem Feld der Suizidhilfe und daraus resultierende Ängste vor strafrechtlicher Verurteilung sein. Seit sechs Jahren ist der Gesetzgeber am Zug, passiert ist bisher bis auf einen gescheiterten Versuch 2023 im Bundestag nichts. Auch wenn es alles andere als ein leichtes Thema ist – es wird Zeit, Rechtsklarheit zu schaffen.
Anmerkung der Redaktion
Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über (mögliche) Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.
Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.




