Die Abwehrreaktion in der überalterten Bundesrepublik lässt nicht lange auf sich warten: Bilder von Plünderungen, Straßenschlachten und Krawallen aus Frankreich wecken hierzulande eine schlimme Vorahnung. Droht die Eskalation etwa auch auf deutschen Straßen? Diese Frage dominiert seit Tagen die öffentliche Debatte. Und sie zeigt: Es herrscht ein großes Misstrauen gegenüber der GenZ. Dabei sollten wir froh sein, dass sich die Jugend überhaupt noch engagiert.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Am Samstag geht eine Generation auf die Straße, die seit Jahren vernachlässigt wird. „Wir müssen der jungen Generation etwas abverlangen“, sagte der Kanzler einmal. Schließlich sei sie in einen „historisch beispiellosen Wohlstand“ hineingeboren worden. Der Subton: Habt euch nicht so. Geht arbeiten. Leistet endlich.
Aber warum sollte die Jugend? Die Zukunftsaussichten sind mehr als düster: Die GenZ wird in einer Welt von Naturextremen aufwachsen. Lange war Frieden nicht mehr so fragil wie heute. Und das wirtschaftliche Aufstiegsversprechen der alten Bundesrepublik kann niemand mehr seriös geben.
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Für viele Boomer waren das Eigenheim, ein sicherer Job, finanzielle Sicherheit und eine gute Rente noch selbstverständlich. Ohne ethische und finanzielle Vorbehalte in den Urlaub fliegen? Vor 40 Jahren gang und gäbe. Heute bleibt der Jugend diese Freiheit aus unterschiedlichen Gründen oft verwehrt. In Corona-Zeiten hielt die GenZ noch die Füße still – verzichtete auch zum Schutz älterer Menschen auf die freieste Zeit ihres Lebens. Als Dank dafür winkt neuerdings der Dienst an der Waffe.

Studien verweisen seit Jahren auf eine „nach mir die Sintflut“-Mentalität. Angesichts dieser Perspektivlosigkeit ist es ein Wunder, dass die GenZ nicht resigniert. Einen Fehler sollten wir also nicht wiederholen: nämlich wie bei Fridays for Future die Bedürfnisse einer ganzen Generation belächeln. Solange es friedlich bleibt, steht die Jugend zurecht auf der Straße. Gerade Menschen, die die goldenen Jahre der Bundesrepublik miterleben durften, sollten dieses Engagement unterstützen.





