Gehen Israelis ins Krankenhaus, lassen sie sich von arabischen Ärzten operieren und von arabischen Pflegern den Katheter setzen. Auf der Straße lassen sie sich von arabischen Streifenpolizisten kontrollieren, ihre Kinder werden von arabischen Busfahrern zur Schule gebracht. Arabische Richter entscheiden im Nachbarschaftsstreit zwischen Juden, arabische Notare wickeln Erbschaften ab, arabische Architekten planen Häuser.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Fast alles traut man den Arabern in Israel zu – nur politische Macht sollen sie nicht bekommen. Das ist das Signal, das die Oppositionsparteien in Israel der größten Minderheit im Land vermitteln, auch jetzt nach der Parlamentswahl. Jeder fünfte Israeli ist ein Araber – aber in der Regierung darf keiner von ihnen vertreten sein.
Vor der Wahl haben mehrere Oppositionsparteien ausgeschlossen, mit arabischen Parteien zu kooperieren. Lieber riskieren sie, dass Israel weiter von einem Ministerpräsidenten regiert wird, der sich wegen mehrfacher Korruption vor Gericht verantworten muss. Und der sich bis heute weigert, seine eigene Verantwortung im Vorfeld des Massakers vom 7. Oktober 2023 zu reflektieren.
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Ist man israelischer Araber, kann man es eigentlich nur falsch machen. Als viele von ihnen nicht wählen gingen, hieß es: Ihr akzeptiert diesen Staat nicht und boykottiert seine Einrichtungen. Nun liefen sie in Scharen in die Wahllokale – und der Ministerpräsident warnt, sie würden „die Wahl stehlen“.

Wenn man aber eine Lektion dieser Wahl ernst nehmen will, dann ist es diese: Die Araber in Israel lassen sich nicht mehr ignorieren. Es wird Zeit, dass die Mehrheit diese Realität anerkennt.






