Morgens mehr Tageslicht, dafür zum Feierabend stockdunkel: Die Zeitumstellung steht wieder bevor. Doch nicht nur der verschobene Schlafrhythmus ist ermüdend, sondern auch die politische Debatte über ihre Abschaffung. Seit Jahren liegt das Thema auf dem Schreibtisch der EU – ohne Ergebnis. Dabei ist eine Entscheidung längst überfällig. Denn eine perfekte Lösung wird es nicht geben. Das ist aber kein Grund, sich zu drücken.

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Die Nachteile werden mit der Zeit nicht weniger

Es geht längst nicht mehr darum, ob die halbjährliche Umstellung abgeschafft werden soll. Vielmehr herrscht Uneinigkeit darüber, ob künftig die ursprünglich „normale“ Winterzeit oder die Sommerzeit gelten soll – und wie Europa dabei an einem Strang zieht. Ein Flickenteppich unterschiedlicher Zeiten mit negativen Auswirkungen für Binnenmarkt und Verkehr soll verhindert werden. Doch all das ist nicht neu. Bereits 2018 legte die EU-Kommission einen Vorschlag zur Abschaffung vor, den das EU-Parlament 2019 unterstützte. Dann herrschte jahrelang Stillstand, weil sich die Mitgliedstaaten nicht einigen konnten. Erst in diesem Jahr wurde eine Studie zu den gesundheitlichen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen beauftragt. Eine fundierte Grundlage ist wichtig. Doch warum hat es sieben Jahre gedauert, sie anzustoßen?

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Linda Pfleger.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Fest steht: Egal, wie die Entscheidung ausfällt, Nachteile müssen in Kauf genommen werden. Bei einem Teil Europas wird der Wintermorgen im Dunkeln beginnen, andernorts der helle Sommerabend früher enden. Gegen Ende des Jahres sollen die Ergebnisse der Studie vorliegen. Dann sollten die Mitgliedstaaten ihr Zögern aufgeben und endlich entscheiden.