Wir Journalistinnen und Journalisten leben von Menschen und Institutionen, die uns informieren und auch die heikelsten Dinge angstfrei anvertrauen. Nur mit mutigen, engagierten Informanten können Skandale aufgeklärt, Missstände aufgedeckt und die Guten von den Bösen unterschieden werden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Damit das alles funktioniert, steht der Schutz unserer Quellen über allem, und es gilt die eiserne Regel: Wer sich einem Medium anvertraut, darf nicht verraten werden. Sonst ist es ganz schnell um die Pressefreiheit geschehen.
Aus diesem Grund ist es so bedenklich, dass bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ in Hamburg Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt auftauchten und damit drohten, die Redaktionsräume zu durchsuchen. Es ging um den Entführungsfall Block, und die Justiz wollte mithilfe von Interview-Aufzeichnungen die Glaubwürdigkeit von Zeugen überprüfen.
Ein Plan, der angesichts des Falls maßlos überzogen war und gleichzeitig ein Armutszeugnis für die staatlichen Ermittler, die sich von den Recherchen der Presse offenbar mehr erhoffen als von den eigenen Ermittlungen.

Die Dokumente wurden von der Redaktion – nur um Schlimmeres zu verhindern – in Umschlägen versiegelt übergeben. Wer weiß, welche Quellen noch bei einer Durchsuchung als „Beifang“ aufgeflogen wären?
Mit ihrem überzogenen Auftritt, der auch noch die Privatwohnung einer Kollegin betraf, hat die Justiz vor allem die eigene Glaubwürdigkeit ramponiert. Gerade unsere Gerichte sollten in Zeiten, in denen die freie Presse durch extreme Kräfte unter Druck kommt, die Pressefreiheit kompromisslos schützen und nicht bedrohen.





