Große Hilfs- und Rettungsorganisationen haben kurz vor der Bundestagsabstimmung über eine Reform der Notfallversorgung Nachbesserungen am geplanten Gesetz gefordert. Ihre Kritik brachten Vertreter mit Rettungshubschraubern und -wagen bei einer Protestaktion vor dem Brandenburger Tor in Berlin zum Ausdruck.
Notfallrettung braucht Reformen
„Grundsätzlich begrüßen wir die geplanten Reformen“, sagt Krstin Schuhmann, Bundesvorständin des Arbeiter-Samariter-Bundes. Es brauche Änderungen in der Kooperation der Leitstellen und in der ambulanten Versorgung im Rettungsdienst. „Aber wir wünschen uns mehr Mitspracherecht“, erklärt Schumann. Die Organisationen fordern eine angemessene Beteiligung an einem geplanten bundesweiten Fachgremium, das Empfehlungen für die Notfallrettung erarbeiten soll.
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Rettungsdienste fordern verlässliche Finanzierung
Außerdem verlangen sie klare gesetzliche und verlässliche Regelungen zur Finanzierung der Notfallrettung. Wegen der 2026 vom Bundestag beschlossenen Beitragsreform in der Krankenversicherung sei die Finanzierung der Rettungsdienste derzeit gedeckelt, sagt Schuhmann. Dauerhafte Kosten für die Einsatzbereitschaft, Tariferhöhungen und Kosten für die geplante Umstrukturierung könnten langfristig zu Personalengpässen führen und dazu, dass „der Rettungswagen nicht mehr besetzt werden kann und im schlimmsten Fall ausfällt.“
An der Protestaktion beteiligten sich unter anderem die ADAC-Luftrettung, das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hilfsdienst sowie die DRF Luftrettung. Die Organisationen tragen nach eigenen Angaben nahezu die gesamte medizinische Notfallversorgung in Deutschland. Das Parlament entscheidet am Donnerstag über die von der Bundesregierung geplante Reform der Notfallversorgung.
dpa/JHae





