Zwei mutmaßliche Saboteure sind laut übereinstimmenden Medienberichten am Bahnhof Nürtingen in Baden-Württemberg festgenommen worden. Ein weiterer Verdächtiger, der als möglicher Fahrer gilt, wurde in Berlin-Spandau von der Polizei gefasst.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Nach Angaben von Polens Regierungschef Donald Tusk sollen die drei Männer die Starlink-Station in Masowien in Brand gesetzt haben. Die polnische Regierung vermutet russische Geheimdienste hinter dem Anschlag.

Polen vermutet russischen Geheimdienst hinter der Tat

Am 23. September war in einer Station des Satelliteninternetdienstes Starlink in Wola Karbowska, rund 50 Kilometer südlich von Warschau, ein Feuer ausgebrochen. Die polnische Regierung sprach unmittelbar nach der Tat von einem möglichen Sabotageakt gegen die strategisch wichtige Anlage. Sie trägt unter anderem dazu bei, den sicheren Internetbetrieb in der Ukraine zu gewährleisten. Die ukrainischen Streitkräfte nutzen die Starlink-Satelliten zur Verteidigung im Krieg gegen Russland.

Festnahme Berlin nach Anschlag in Poien
Einer der beiden Tatverdächtigen wurde in Berlin-Spandau festgenommen.© Axel Billig / Pressefoto Wagner | Axel Billig / Pressefoto Wagner

Für Tomasz Siemoniak, Minister für die Koordinierung der Geheimdienste, steht fest, dass russische Geheimdienste hinter dem Anschlag stecken. Russland greife in jüngster Zeit verstärkt auf Personen zurück, die Kontakte zur kriminellen Szene hätten. Bei den drei Verdächtigen im aktuellen Fall handelt es sich um türkische Staatsbürger. Bereits kurz nach den Festnahmen hatte Innenminister Marcin Kierwiński angekündigt, den Männern nach ihrer Überstellung nach Polen Sabotage sowie die Tätigkeit im Auftrag eines ausländischen Geheimdienstes vorzuwerfen.

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Fahndungserfolg: Anschlag konnte schnell rekonstruiert werden

Unmittelbar nach dem Anschlag gelang es den Ermittlern, sowohl die Vorbereitungen auf die Tat als auch die Flucht der mutmaßlichen Täter zu rekonstruieren. Polens Polizeichef Marek Boron bezeichnete dies als wichtigen Erfolg der Fahndung. „Wir haben Aufzeichnungen gesichert, die auf diese konkrete Tat hinweisen. Außerdem verfügen wir über Fingerabdrücke, DNA-Spuren der Verdächtigen sowie Informationen zu ihren Bewegungen, ihrer Einreise nach Polen und ihrem anschließenden Abflug aus dem Land“, erklärte Boron.

Einer der beiden Verdächtigen besitzt die türkische Staatsangehörigkeit, lebt jedoch in Deutschland. Auch der zweite Verdächtige ist türkischer Staatsbürger. Gegen ihn liegt bereits eine Abschiebungsanordnung vor. Beide mutmaßlichen Saboteure sollen zeitnah nach Polen überstellt werden.

rw mit dpa