Mindestens sieben Mal soll ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE laut US-Medien auf einen Mann geschossen haben – vor den Augen dessen Kindes. Zuvor hatten Einsatzkräfte das Auto des Mannes umringt, teilten die New Yorker Behörden in der Nacht zu Freitag mit. Warum genau es in der Folge zu den Schüssen kam, ist noch unklar.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Bekannt ist, dass der Vater des fünfjährigen Kindes festgenommen werden sollte. „Der Mann ist am Leben und befindet sich in einem örtlichen Krankenhaus“, schrieb das US-Heimatschutzministerium auf der Plattform X. Laut „New York Times“ (NYT) soll es sich um einen dominikanischen Staatsbürger handeln. Er soll bei Bewusstsein sein. Auf Bildern war zu sehen, wie das Auto des Mannes quer in einer Straße steht. Augenscheinlich krachte es zuvor in eine Straßenabsperrung. Die Einschusslöcher befinden sich laut NYT sowohl in der Windschutzscheibe als auch im Seiten- und Rückfenster.

Bürgermeister Zohran Mamdani trat noch am Abend am Tatort vor die Presse.
Bürgermeister Zohran Mamdani trat noch am Abend am Tatort vor die Presse.© AFP | CHARLY TRIBALLEAU

New York: Mamdani fordert Abschaffung von ICE

Der Vorfall trug sich am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in einem New Yorker Wohnviertel zu. Das US-Heimatschutzministerium schrieb, der Mann sei Ausländer, wegen schweren Diebstahls verurteilt und in der Vergangenheit mehrfach verhaftet worden. Die New Yorker Polizei soll an dem Einsatz zunächst nicht beteiligt gewesen sein.

Das Kind wurde bei dem Einsatz offenbar körperlich nicht verletzt. Eine Augenzeugin soll laut NYT versucht haben, den weinenden Jungen von dem Einsatzort wegzubringen. Daran sollen sie die Einsatzkräfte von ICE gehindert haben. Der Vater habe am Hals geblutet, als die Beamten ihm Handschellen anlegten, heißt es. In ärztliche Behandlung soll er von anrückenden New Yorker Polizisten gebracht worden sein.

News aus den USA

Noch am Abend äußerte sich New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani. Er nannte den Vorfall „nicht zu rechtfertigen und außerordentlich ernst“. Er habe US-Präsident Donald Trump angerufen. „Wenn wir sprechen, werde ich fordern, dass er alle ICE-Einsätze in unserer Stadt einstellt. Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie ICE-Beamte unsere Gemeinden terrorisieren“, schrieb Mamdani auf X. Mamdani fordert darin auch die US-Einwanderungsbehörde ICE abzuschaffen. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul verlangte im Onlinedienst X von den Bundesbehörden „eine vollständige und transparente Darstellung der Umstände dieses Vorfalls“. Noch am Abend formte sich in New York Protest gegen den Einsatz.

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US-Einwanderungsbehörde: Dutzende Menschen gestorben

Trump dürfte das nicht beeindrucken. Der US-Präsident rühmt sich gerne mit seinem sehr harten Kurs gegen Migranten. Viele Wählerinnen und Wähler haben ihm deswegen ihre Stimme gegeben. ICE erhielt im Sommer erhebliche Mittel, um weiteres Personal einzustellen.

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Die Beamten dort sind jedoch häufig schlecht ausgebildet. Sie gehen mit Razzien und Festnahmen gegen Migranten vor. Immer wieder kommt es zu Einsätzen, die landesweit für Kritik und Proteste sorgen. Besondere Aufmerksamkeit erfuhren Einsätze im Bundesstaat Minnesota. Dort töteten Einsatzkräfte zwei US-Staatsbürger. Auch in Haft starben laut der Organisation Human Rights Watch Dutzende Menschen unter der Aufsicht von ICE. Laut NYT sollen ICE-Beamte seit Trumps Amtsantritt auf mindestens zwei Dutzend Menschen geschossen haben, sechs kamen dabei ums Leben.

mit dpa/AFP