Donald Trump hat eigentlich nur wenig wohlwollende Worte für seine demokratischen Gegner übrig. Umso ungewöhnlicher ist sein Verhältnis dafür zum New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani. Nach einem Treffen in New York sagte Trump, Mamdani werde ein „großartiger Bürgermeister“ für die Stadt sein. In den letzten Wochen führte Trump Mamdani dagegen noch als Beispiel für angeblichen Kommunismus in der Demokratischen Partei an.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der weit links stehende Mamdani wiederum lobte das Gespräch mit dem Rechtspopulisten als „produktiv“. Das rund einstündige Gespräch zwischen Trump und Mamdani fand unter vier Augen in dessen Residenz in Manhattan statt. Die beiden Politiker trafen sich bereits zum dritten Mal seit Mamdanis Wahl zum New Yorker Bürgermeister im vergangenen Jahr. 

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Mamdani und Trump sprechen über Wohnraum in Queens

Nach dem neuen Treffen mit Trump sagte Mamdani nun, es sei „eine neue Ebene des Dialogs“ zwischen den Mitarbeitern beider Seiten hinsichtlich eines groß angelegtes Projekts zum Bau von erschwinglichem Wohnraum im Stadtteil Queens vereinbart worden. 

Um das Großprojekt für 12.000 bezahlbare Wohnungen umzusetzen, sind 21 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) an Bundesmitteln nötig. Das Thema hatten beide Politiker bereits bei ihren früheren Treffen erörtert.

„Ich würde mich mit jedem treffen und mit jedem zusammenarbeiten, der etwas für die New Yorker erreichen kann“, sagte Mamdani nach der Begegnung, die auf seine Einladung hin an seinem Amtssitz Gracie Mansion auf der Upper East Side stattfand. Trumps Behauptungen, dass er acht Kriege beendet habe und die USA die „besten Wirtschaftszahlen in der Geschichte unseres Landes“ hätten, ernteten keinen deutlichen Widerspruch Mamdanis in der Pressekonferenz vor Journalisten. 

News aus den USA

Mamadani provozierte Trump mit Haftbefehl gegen Netanjahu

Bei dem Treffen sei auch Trump Einwanderungspolitik zur Sprache gekommen, sagte Mamdani weiter. Er bekräftigte jedoch seine Absicht, weiterhin mit dem US-Präsidenten zusammenzuarbeiten, gleichwohl er einräumte, dass es „viele Meinungsverschiedenheiten“ gebe. Beide Seiten hätten jedoch „sehr offen“ darüber gesprochen.

Einer der Hauptkonfliktpunkte zwischen ihnen ist die Nahost-Politik der US-Regierung. Mamdani hatte gedroht, Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei dessen Besuch in New York auf der Grundlage eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs festnehmen zu lassen – auch wenn er später einräumte, dazu gar nicht befugt zu sein. Trump stellte sich in dem Zusammenhang entschieden hinter Netanjahu, der am Mittwoch nach New York zur UN-Generaldebatte anreisen will.

Die ersten beiden Treffen zwischen den Politikern hatten im Weißen Haus in Washington stattgefunden. Politisch trennen die beiden Welten – hier der liberale Demokrat, der zum linken Flügel seiner Partei gehört, dort der US-Präsident, der vor allem den rechten Rand seiner Partei und Wählerschaft hinter sich weiß. Trump bezeichnete Mamdani mehrfach als „Kommunisten“ und drohte zwischenzeitlich damit, Bundesmittel für die Stadt New York einzubehalten, auf die die Metropole angewiesen ist. Umgekehrt warf Mamdani dem Präsidenten im New Yorker Wahlkampf Angriffe auf die Demokratie vor.

os/dpa/afp