Ein Baby zu erwarten, bedeutet oft Vorfreude – aber dazu gehören auch schnell viele Ängste. Ist das Baby gesund? Besteht gar ein Risiko für Trisomie 13, 18 oder 21? Unter bestimmten Voraussetzungen können Schwangere auf Kassenkosten ihr Blut auf mögliche Chromosomenstörungen untersuchen lassen. Nun beschäftigt sich der Bundestag damit, ob diese Kassenleistung auf den Prüfstand kommt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Dahinter steckt die Sorge, dass Kinder mit Downsyndrom häufiger abgetrieben werden könnten und die Integration von Menschen mit Behinderung geschwächt wird. Andere befürchten, Ärztinnen und Ärzte könnten Schwangere zum Test drängen, um sich abzusichern, oder dass gesellschaftlicher Druck auf die werdenden Eltern ausgeübt werde.

Der Test bietet (medizinische) Vorteile
Diese Fragen mögen berechtigt sein, doch sie verschwinden nicht, wenn der Test selbst bezahlt werden muss. Denn letztlich handelt es sich um einen wichtigen medizinischen Fortschritt: Der Test ist unkompliziert und kann die gefährlichere Fruchtwasseruntersuchung ersetzen.
Abgesehen davon: Eine solche Untersuchung führt nicht zwangsläufig zu einer Abtreibung. Sie kann Eltern auch ermöglichen, sich bewusst für ein Kind mit einer möglichen Beeinträchtigung zu entscheiden und sich darauf einzustellen. Dann brauchen Mutter und Kind eine besondere Betreuung, weil Kinder mit Trisomien oft früher geboren werden.
Voraussetzung für einen bewussten Umgang ist allerdings, dass die Ärzteschaft ergebnisoffen aufklärt, berät und gegebenenfalls Unterstützung vermittelt. Davon sollte abhängen, ob sich Schwangere für oder gegen den Test entscheiden. Und nicht davon, ob sie ihn sich leisten können.




