Donald Trumps nacktes Gesäß glänzt im Europaparlament in Straßburg – zumindest ein goldfarbenes Abbild davon. Der dänische Künstler Jens Galschiøt stellt dort derzeit seine satirische Skulptur „Orange Plague“ (Orangefarbene Plage) aus, auch als „King of Injustice“ (König der Ungerechtigkeit) bezeichnet.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die 2,60 Meter hohe Statue des Künstlers zeigt einen nackten Trump, der auf den Schultern eines Mannes sitzt, der unter dem Gewicht des US-Präsidenten zusammenzubrechen droht. Trump hält in der einen Hand eine Waage, in der anderen einen Golfschläger. Auf Visitenkarten, die neben der Skulptur ausgelegt wurden, wird der „König der Ungerechtigkeit“ mit den Worten zitiert: „Ich sitze auf dem Rücken eines Mannes. Er sinkt unter meiner Last. Ich werde alles tun, um ihm zu helfen. Außer von seinem Rücken zu steigen.“ Der Künstler bezeichnet Trump als eines der größten Hindernisse für die Lösung des Klimawandels.
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Bei manchen kommt die Aktion durchaus an. Der Vorsitzende der Linksfraktion im EU-Parlament, Martin Schirdewan, sagte am Mittwoch, er sehe in der Statue eine „treffende Metapher“ für das Verhältnis zwischen EU und den USA, könne sich aber „ästhetisch Schöneres vorstellen, als die ganze Woche am nackten Arsch von Donald Trump vorbeizulaufen“.
Schirdewan argumentierte, die Statue zeige den „Kaiser einmal in seiner ganzen nackten und überproportionierten Gewalt“. Der Abgeordnete Lukas Sieper (Partei des Fortschritts) zeigte sich im Onlinedienst Instagram begeistert. „Ich will Euch zeigen, wie großartig diese Statue ist“, sagt er in einem Video, das ihn neben dem Kunstwerk zeigt. Er hoffe wirklich, dass auch Trump die Statue sehen werde.
Die SPD-Abgeordnete Maria Noichl sagte, sie fände es „gut und wichtig“, dass die Statue im EU-Parlament ausgestellt werde. Allerdings hätte sie sich gewünscht, dass der Künstler eine weibliche Figur als Trägerin gewählt hätte. Frauen litten schließlich am meisten unter Trumps Politik. Es sei zwar zu erwarten, dass rechte Parteien das Aufstellen der Statue im Parlament kritisieren würden. Es dürfe aber deshalb „keine Schere im Kopf“ geben.
Die AfD-Abgeordnete Christine Anderson kommentierte hingegen: „Über Geschmack lässt sich nicht streiten.“ Die Anspielung auf das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ habe allerdings eine „unfreiwillige Ironie“. Politisch stehe „kaum jemand nackter da als die EU selbst“, argumentierte Anderson.
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Das Kunstwerk sorgte jedenfalls für „Geflüster“ auf den Fluren des Straßburger Parlaments, wie SPD-Politikerin Noichl feststellte. Insbesondere die kleinen Kopien aus dem 3D-Drucker, die der Künstler zum Mitnehmen bereitgestellt hat, finden großen Anklang als Souvenirs unter den Abgeordneten.
Der nackte Trump ist nur wenige Wochen im EU-Parlament zu sehen. Dem Künstler zufolge soll die Skulptur als Nächstes bei der Weltklimakonferenz in der Türkei im November aufgestellt werden.
lro/AFP/dpa








