Deutschlands Sicherheit ist heute durch die russische Aggression gefährdet wie seit Jahrzehnten nicht. Daher ist die Nachricht von der Festnahme des langjährigen deutschen Geheimdienstchefs ein Schock für jeden in Deutschland, der für Sicherheit Verantwortung trägt. Was hat BND-Präsident August Hanning verraten? An wen hat er geheime Verschlusssachen verkauft und wie viele Dokumente sind abgeflossen? Landete Material sogar bei russischen Diensten?

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Auch wenn diese Fragen nicht schnell beantwortet werden können und formell die Unschuldsvermutung gilt, ist jetzt schon klar: Der Fall hat eine historische Dimension und wird die Ermittler lange beschäftigen.
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Ex-BND-Chef: Hanning profitierte jahrelang vom Wegsehen des Staates
Es gibt niemanden in der Bundesrepublik, der so lange und so intensiv auch in die dunkelsten Ecken unseres Sicherheitsapparats geblickt hat, wie August Hanning. Niemanden, der so viel sensible Informationen auch über die erste Reihe der Politik kennt. Hanning briefte jahrelang das Kanzleramt in der wöchentlichen „Nachrichtendienstlichen Lage“ und befreundete Dienste vertrauten ihm Material an. Das macht den Fall für die Regierung zum Super-Gau.

Der Fall wirft auch ein Schlaglicht auf politisches Versagen. Hanning profitierte von einer unverantwortlichen Laxheit des Staates, der bei den Aktivitäten des Ex-BND-Chefs einfach wegsah. Hanning sammelte über Jahre unseriöse Jobs und dubiose Beratungsmandate und seine finanziellen Probleme pfiffen die Spatzen von den Dächern. Das macht diesen Fall besonders dramatisch.






