Kein Geld mehr für kritische Polizeifilme: Wie die russische Tageszeitung „Kommersant“ unter Berufung auf Quellen aus großen Filmstudios berichtet, sollen Filme und Serien, die Korruption in Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden thematisieren, künftig keine staatliche Förderung mehr erhalten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Betroffen seien demnach sämtliche Drehbücher, in denen Vertreter des Innenministeriums, des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB), des Ermittlungskomitees oder der Staatsanwaltschaft Bestechungsgelder annehmen oder in kriminelle Machenschaften verwickelt sind. Auch Projekte über psychisch Kranke und Serienmörder sollen demnach von der Regelung betroffen sein.
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Staatliche Förderung: Verstöße können neue Projekte gefährden
Die neuen Vorgaben seien zwar nicht gesetzlich festgeschrieben, Vertreter des Kulturministeriums und des Internet Development Institute (IDI) hätten diese Haltung jedoch mündlich gegenüber dem Verband der Film- und Fernsehproduzenten (APKIT) kommuniziert. Dem Verband gehören der Zeitung zufolge 46 der größten russischen Filmfirmen an.
Laut einer Studio-Quelle gegenüber „Kommersant“ sei dies in der Branche allgemein bekannt. Verstöße gegen die Regel würden dazu führen, dass das jeweils nächste Projekt möglicherweise keine staatliche Förderung mehr erhalte. Besonders betreffe dies Spielfilme, bei Serienplattformen falle es demnach weniger kritisch aus.
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Auch Förderung für Serien über psychische Erkrankungen wird offenbar abgelehnt
Eine Quelle beim Verband der Film- und Fernsehschaffenden (APCT) habe gegenüber „Kommersant“ erklärt, der Verband selbst habe bislang keine offiziellen Informationen über derartige Einschränkungen erhalten. Das Kulturministerium habe auf Anfragen der Zeitung nicht reagiert, ein Vertreter des Instituts für Radio und Fernsehen (IRI) habe eine Stellungnahme abgelehnt. Auch mehrere große Streaming-Anbieter hätten sich entweder nicht äußern wollen oder nicht reagiert.
Wie „Kommersant“ weiter berichtet, habe das IRI schon länger eine Liste von Themen veröffentlicht, die von einer Förderung ausgeschlossen seien. So habe etwa Geschäftsführer Alexey Goreslavsky gegenüber der Zeitung „Vedomosti“ erklärt, man werde keine Serien über psychisch Kranke fördern, da solche Projekte das Interesse der Zuschauer an „verbotenen Inhalten, psychischen Störungen und Perversionen“ ausnutzen würden.
Zusätzlich sei am 1. März in Russland ein Gesetz in Kraft getreten, das Filme verbietet, die nach offizieller Lesart traditionelle Werte diskreditieren.
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Staatliche Kontrolle von Filminhalten sorgt für geteilte Reaktionen
Ein von „Kommersant“ zitierter Produzent bezeichnete die Entscheidung als gerechtfertigt und längst überfällig. Ein negatives Bild der Strafverfolgungsbehörden untergrabe das Vertrauen in staatliche Institutionen, zumal es lange Zeit eine Flut an Inhalten über die 1990er-Jahre gegeben habe, die Sicherheitskräfte überwiegend negativ dargestellt hätten.
Kritischer äußerte sich hingegen der Betreiber des Kanals „BadComedian“, Jewgeni Baschenow. Zwar habe der Staat grundsätzlich das Recht, aus dem Staatshaushalt finanzierte Inhalte einzuschränken, negative gesellschaftliche Aspekte vollständig auszublenden, sei jedoch töricht, da die Zuschauer sonst das Vertrauen verlieren würden.
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Als Beispiel nannte er die Entwicklung des russischen Kinos, in dem Produzenten „gefährliche“ Themen zunehmend mieden und stattdessen auf märchenhafte Stoffe setzten – mit der Folge einer Marktsättigung und sinkender Kinoeinnahmen.





![DIESES FOTO WIRD VON DER RUSSISCHEN STAATSAGENTUR TASS ZUR VERFÜGUNG GESTELLT. [RUSSIA, LUGANSK PEOPLE'S REPUBLIC - JULY 29, 2026: A serviceman from the military commandants office of the Lugansk People's Republic performs an air defence duty to protect the airspace of the Lugansk People's Republic. Alexander Reka/TASS] Air defence in Lugansk People's Republic, Russia](https://img.sparknews.funkemedien.de/412741926/412741926_1785999935_v16_9_1200.jpeg)




