Der in die Negativschlagzeilen geratene US-Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ ist nach rund elf Monaten in seinen Heimathafen im kalifornischen San Diego zurückgekehrt. Angehörige der rund 5000 Matrosen und Marinesoldaten begrüßten am Donnerstag am Kai ihre Liebsten, die sie seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen hatten. Für viele Soldatinnen und Soldaten war es ein emotionales Wiedersehen mit ihren Familien.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Zuvor hatten Berichte über katastrophale Zustände an Bord die US-Öffentlichkeit alarmiert. Die mentale Belastung für die Besatzung sei enorm, hatte es in Berichten geheißen, die Versorgung schlecht. Ein Soldat soll versucht haben, sich umzubringen. Er sprang vom Flugzeugträger ins Wasser – und er war offenbar nicht der Einzige. US‑Präsident Donald Trump und Kriegsminister Pete Hegseth waren aufgrund der Berichterstattung unter Druck geraten.
Auch interessant
Wie Berichte von CNN und der „New York Times“ offenlegten, sollen insgesamt acht Personen auf dem Flugzeugträger versucht haben, Selbstmord zu begehen. Im August sei ein Matrose per Helikopter aus dem Wasser gerettet worden. Im März konnten mehrere Matrosen einen Kameraden gerade so davon abhalten, in den Ozean zu springen, berichten die US-Medien unter Berufung auf ein Schreiben der US-Navy an die Demokratische Senatorin Kirsten Gillibrand.

Donald Trump und Pete Hegseth hielten langen Einsatz für kein Problem
US-Präsident Trump hatte die Zustände auf dem Flugzeugträger heruntergespielt. Auf die Frage, ob ihn die mentale Belastung der Matrosen besorge und ob die Crew inzwischen zu lange im Einsatz sei, antwortete er: „Nein, nein, nein. Noch nicht annähernd lang genug.“ US-Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte, die Berichte über die Zustände an Bord seien „überzogen“.
Auch interessant
Vor der Rückkehr des Flugzeugträgers hatte Hegseth einen Besuch auf dem Kriegsschiff genutzt, um gegen Medien auszuteilen. Einige Journalisten hätten versucht, die „Lincoln“ zu einem Symbol für „Pannen“, „schlechte Stimmung“ oder sogar „einen gescheiterten Einsatz“ zu machen, kritisierte er am Mittwoch.
Genau das Gegenteil sei wahr, erklärte Hegseth. „Die einzige Reaktion der amerikanischen Bevölkerung und der Medien sollte Stolz sein“, befand der Minister. Es habe „23.000 Kampfflugstunden und fast 4000 Gefechtseinsätze“ gegeben, sagte er. Er zeichnete die Besatzung deshalb für „außergewöhnliche Tapferkeit gegenüber feindlichen Kräften“ aus.
Anmerkung der Redaktion
Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über (mögliche) Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.
Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.
mit afp






