Achtjährige scrollen durch Videos, die selbst Erwachsene erschüttern. Sie verlieren Schlaf, Konzentration, werden süchtig. Und niemand haftet dafür. Das will Ursula von der Leyen ändern: Die EU-Kommissionspräsidentin stellte ihre strengen Regeln vor. Künftig soll gelten: kein Zugang unter 13 Jahren, danach nur Konten unter Aufsicht der Eltern, ein eigenes Profil erst ab 15 Jahren. Gut so.
Ein Verbot, das sich umgehen lässt, bleibt trotzdem sinnvoll
Der häufigste Einwand gegen ein Social-Media-Verbot für Kinder: Sie könnten Sperren leicht austricksen. Das scheint zunächst plausibel, aber: Jugendliche kommen ebenso an Zigaretten und Alkohol. Trotzdem hat kein Land deswegen den Jugendschutz gestrichen. Eine Grenze wirkt, weil sie Pflichten schafft. Wer sie bricht, wird bestraft. Ohne Gesetz bleibt nur ein Appell an Konzerne, die mit der Aufmerksamkeit unserer Kinder Geld verdienen.
Zwar verlangen Plattformen ein Mindestalter von 13 Jahren – doch das besteht nur auf dem Papier. Ernsthaft kontrolliert wird es nicht. Es fehlt also nicht die Regel, es fehlt der Vollzug. Zu Recht wirft die EU-Kommission Instagram, Tiktok und Co. vor, die Risiken für junge Nutzer kaum zu begrenzen.

Bleibt der Streit über die Altersprüfung. Soll etwa bei jedem Klick der Ausweis hochgeladen werden? Diese Sorge ist unbegründet, längst gibt es Technik, die das Alter bestätigt und keine Identität speichert.
Tatsache ist: Junge Europäer verbringen an einem Schultag im Schnitt 4,5 Stunden online. Was sie in dieser Zeit tun, verantworten ihre Eltern. Solange sie nicht genau hinschauen, wird die Verantwortung dort abgeladen, wo sie am wenigsten hingehört: bei den Kindern.



