Unionsfraktionschef Thorsten Frei hat Zweifeln an der Haltung der CDU-Ministerpräsidenten in der Debatte um Kanzler Friedrich Merz widersprochen. Am Mittwochabend sagte er in der ARD-Sendung „Maischberger“, er halte es für „ein bisschen Haarspalterei, wenn man sagt, bei dem Bundeskanzler fehlt der Name“. Damit reagierte er auf Kritik an der Formulierung in einer Erklärung der Länderchefs. Frei argumentierte: „Es gibt ja eben nicht irgendeinen, sondern es gibt nur einen Bundeskanzler, der heißt Friedrich Merz. Und der ist adressiert in diesem Brief.“

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CDU-Wahldebakel: Merz gerät nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt unter Druck

Inmitten der Debatte um seine politische Zukunft tritt der Kanzler heute im Wahlkampf für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus auf. Das Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt bei einem klaren Sieg der AfD hatte Merz zuletzt innerparteilich massiv unter Druck gebracht. Seit Tagen wird darüber spekuliert, ob er sich als Kanzler halten kann. Die Wahlen der Landesparlamente in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an diesem Sonntag haben daher auch große bundespolitische Bedeutung. 

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Angesichts erheblicher Kritik am Kanzler waren die acht Ministerpräsidenten ihm am Mittwoch mit einer gemeinsamen Erklärung zur Seite gesprungen. „Die Menschen können darauf vertrauen, dass wir ihre Probleme angehen“, heißt es darin – und dann ohne Nennung des Namens Merz: „Als Ministerpräsidenten wollen und werden wir gemeinsam mit dem Bundeskanzler unseren Beitrag dazu leisten.“

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Versteckt, verloren, zerlegt: Merz und die CDU
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast
 

Nach Informationen von „Table.Briefings“ war es der ausdrückliche Wunsch mancher Länder, Merz' Namen nicht zu erwähnen. Der Deutschen Presse-Agentur wurde das in Parteikreisen bestätigt.

CDU-Fraktionschef Frei sieht Merz trotz Wahl als Kanzler bestätigt

Frei sagte, der Brief sei „ja nicht irgendwie bestellt worden“. Dies sei die Entscheidung der acht Ministerpräsidenten der CDU, und das finde er „absolut okay“. Für jeden sei offensichtlich, „dass wir zurzeit in einer sehr schwierigen Phase sind“. Zur Frage, ob auch die Unionsfraktion Merz ausdrücklich Unterstützung signalisieren sollte, sagte der Vorsitzende: „Wir haben eine Situation, wo das nicht notwendig ist.“

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Gefragt nach Konsequenzen bei einem sehr schlechten Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern an diesem Sonntag sagte Frei: „Ich bin davon überzeugt, dass Friedrich Merz Bundeskanzler bleibt.“ Er begrüßte zugleich dessen Entscheidung, eine Reise zu den Vereinten Nationen nach New York abzusagen. „Ich glaube, es ist wichtig, dass er nächste Woche komplett in Berlin ist.“ Dies gelte wegen der Sitzungswoche des Bundestags, und es werde „sicherlich auch eine wichtige Fraktionssitzung“ geben.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sagte bei Sat.1 NRW auf die Frage, ob Merz für ihn noch der richtige Kanzler sei und ob die jüngsten Umfrageergebnisse für die CDU nicht ein Desaster seien: „Es wäre jetzt zu leicht zu sagen, das ist nur die eine oder andere Person. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung, um neues Vertrauen zu werben.“ Diese Verantwortung müsse jeder an seiner Stelle wahrnehmen. „Personaldebatten helfen jetzt nicht weiter“, sagte Wüst. „Ich glaube, das ist jetzt nicht die schnelle Antwort, die dann alle Probleme löst.“

CDU-Wahlkampf in Berlin: Merz und Evers treffen Parteimitglieder in der Hauptstadt

Merz' Auftritt im Berliner Wahlkampf ist für 17.00 Uhr geplant. Zu einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Spitzenkandidaten Stefan Evers in der CDU-Bundesgeschäftsstelle werden nach Voranmeldung vor allem Parteimitglieder erwartet. Sie war nach Angaben der CDU schon kurz nach Veröffentlichung des Termins ausgebucht. Das Motto lautet: „Extremisten von der Macht fernhalten. Lösungen aus der Mitte“.

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In Berlin wird an diesem Sonntag ebenso wie in Mecklenburg-Vorpommern ein neues Landesparlament gewählt. Jüngste Umfragen sehen in der Hauptstadt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und der Linken um Platz eins. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die CDU in Umfragen weit abgeschlagen nur bei 7 Prozent. 

Nouripour fordert Ende der öffentlichen Streitereien in der Regierung

Der frühere Grünen-Chef Omid Nouripour forderte die schwarz-rote Regierung auch nach den Erfahrungen der gescheiterten Ampel-Koalition seiner Partei mit SPD und FDP zur Beendigung der Auseinandersetzungen auf. „Die Regierung muss sich am Riemen reißen.“ Persönliche öffentliche Streitereien müssten aufhören. „Wir haben es falsch gemacht, die müssen es besser machen. Das Land kann sich nicht leisten, dass keine Regierung mehr vier Jahre hält.“

dpa