Es waren hässliche Szenen, die sich bei der AfD-Wahlparty am vergangenen Wahlsonntag ereignet haben: Neben Journalisten herkömmlicher Medien tummelten sich auch zahlreiche rechte Streamer im abgetrennten Pressebereich. Besonders eine Sequenz des rechten Streamers Matthäus Westphal, genannt „Aktivist Mann“, löste in den sozialen Medien für Bestürzung aus: Dort bedrängt der Mann verbal die „Spiegel“-Journalistin Ann-Katrin Müller. Bereits im Wahlkampf war es auch zu physischen Auseinandersetzungen gekommen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Nun hat sich die AfD-Spitze distanziert und Konsequenzen angekündigt. „Beleidigungen und verbales Bedrängen verbieten sich für Medienschaffende. Das gilt natürlich auch und gerade gegenüber Vertretern anderer Medien“, erklärten die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla in einer Pressemitteilung. Ähnlich hatte sich schon AfD-Mitglied Beatrix von Storch bei „Welt TV“ geäußert.

Die AfD werde Verstöße gegen diesen Grundsatz bei künftigen Parteiveranstaltungen nicht tolerieren. Über das weitere Vorgehen wolle man sich in der nächsten Sitzung des AfD-Bundesvorstandes im Detail abstimmen. In der Mitteilung werden keine Namen genannt. Es heißt lediglich, im Nachgang zur Wahlparty seien Videos veröffentlicht worden, die auch innerhalb der AfD für Irritationen gesorgt hätten. „Sie zeigen mindestens einen akkreditierten ‚Streamer‘, der andere Medienvertreter verbal aggressiv angeht.“

AfD: „Aktivist Mann“ reagiert patzig

In Parteikreisen wurde auf Nachfrage bestätigt, dass es um einen Streamer geht, der unter dem Namen „Aktivist Mann“ auftritt und sich in einem X-Post als „AfD-Wähler der 1. Stunde“ bezeichnet. Er hatte auch während des AfD-Wahlkampfs von vielen Veranstaltungen live gestreamt und dabei immer wieder anwesende Journalisten ins Visier genommen. Auf die Distanzierung der Parteispitze reagierte er patzig: „Wer sich distanziert, verliert“, schrieb er auf X.

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Zunächst hatte das Portal „The Pioneer“ über die Stellungnahme von Chrupalla und Weidel berichtet. Der AfD-Bundestagsabgeordnete und verteidigungspolitische Sprecher der Fraktion, Jan Nolte, schrieb dazu auf X, er könne dies nur unterstützen.

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Will die AfD Sie abschaffen, Frau Ataman?
Amann [un]framed
 

Der Streamer sei auch in dem Hotel in Magdeburg, in dem die Wahlparty ihren Ausklang gefunden habe, „extrem unangenehm“ aufgefallen. Er habe versucht Hintergrundgespräche mit Journalisten mitzufilmen, „ging jedem auf die Nerven und laberte die Leute extrem peinlich voll. Sehr unangenehm, wenn so jemand mit der AfD in Zusammenhang gebracht wird. Wir sind auch auf solche Leute keineswegs angewiesen“.

daw mit dpa