Kaum hatten die Wahllokale in Sachsen-Anhalt geschlossen, ist in der Hauptstadt von den Konsequenzen des Erdrutschsiegs der AfD für die Bundespolitik die Rede gewesen. Bei der Generaldebatte im Bundestag ließ sich nun erkennen, wie diese aussehen. Ganz nüchtern lässt sich feststellen: Dem Kanzler und seiner Koalition stehen ganz schwere Wochen bevor.

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Denn der Triumph von Magdeburg hat nicht zur Mäßigung der AfD geführt – im Gegenteil. Die blaue Truppe fühlt sich obenauf: So laut, pöbelnd und respektlos wie während der Rede des Kanzlers waren die AfD-Abgeordneten im Bundestag bisher nicht zu sehen. Wer der Partei eine Lust an der Zerstörung demokratischer Institutionen vorwirft, konnte sich heute bestätigt fühlen.

Von dem Selbstbewusstsein eines Kanzlers ist nichts zu spüren

Jan Dörner FUNKE Zentralredaktion Berlin
Jan Dörner, Chefreporter Politik in der FUNKE Zentralredaktion Berlin© FUNKE Foto Services | Andre Hirtz

Damit muss sich die Regierung mehr auseinandersetzen denn je. Als Friedrich Merz ans Rednerpult trat, arbeitete er sich daher an AfD-Chefin Alice Weidel ab. Zwar legte der Kanzler die unkritische Haltung der Partei gegenüber Russland und den Sabotageakten des Kremls offen. Zudem erläuterte Merz anschaulich die Folgen des migrationsfeindlichen AfD-Kurses für die Wirtschaft. Von dem Selbstbewusstsein eines Kanzlers mit einem Plan für dieses Land war jedoch nichts zu spüren.

Statt einer großen Rede liefert Merz Klein-Klein

Nach dem Wahldebakel hatte Merz erklärt, an seinem Reformkurs festhalten, die Bürger aber emotional besser ansprechen zu wollen. Die Generaldebatte wäre die beste Gelegenheit dazu gewesen. Da er aber viel zu Weidel sagte, blieben die Reformen nur ein Randaspekt. Und die Emotionalität? Statt einer großen Rede lieferte Merz Klein-Klein. Das ist zu wenig für einen Kanzler, der das Ruder herumreißen will.