Dieser 6. September 2026 wird als historisches Datum in die Geschichte der deutschen Innenpolitik eingehen. Der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt ist der bislang lauteste Weckruf für die Demokratie und für alle Parteien, die in großem Umfang Wähler an die AfD verloren haben. Besonders für die Regierungspartei CDU, deren Chef Friedrich Merz antrat, um die AfD zu halbieren, und die jetzt selbst halbiert ist. Sie ist der größte Verlierer dieser Wahl und muss sich neu erfinden, sonst folgt sie den anderen konservativen Parteien Europas auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Regierenden – im Land und im Bund – haben jetzt schwarz auf weiß, dass ihre Überzeugungskraft erodiert ist. Wer das leugnet oder den Wahlausgang als angebliche Demokratieferne der Ostdeutschen interpretiert, wird auch die nächsten Wahlen verlieren.

Eine große Anzahl von Menschen hat das Vertrauen in die Politik schlicht verloren und suchte nach einer Alternative. Die Partei, die diesen Wunsch im Namen trägt, stand mit populistischen Antworten und einem gut gelaunten Kandidaten bereit. Sie ist Nutznießerin dieser Vertrauenskrise, deren Ende nicht absehbar ist und die weit über Sachsen-Anhalt hinausgeht.

CDU in Sachsen-Anhalt halbiert: Politik muss zum Volk passen – nicht das Volk zur Politik

Selbst wenn es Ulrich Siegmund nicht gelingen sollte, eine Regierung zu bilden, hat die politische Mitte verloren.

Jörg Quoos lehnt an einem Tresen.
Jörg Quoos ist Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Die Lehre: Politik muss sich mehr auf die Bedürfnisse der Regierten konzentrieren. Manches mag dem regierenden Personal in seiner abgehobenen Lebenswelt unsympathisch sein. Aber es bleibt die ungeschriebene Grundregel einer echten Demokratie: Die Politik muss zum Volk passen – und nicht das Volk zur Politik.