Fünf Tage vor der Wahl in Sachsen-Anhalt treffen Ulrich Siegmund und Sven Schulze noch einmal aufeinander. Bei einem Duell der Regionalzeitungen Mitteldeutsche Zeitung und Volksstimme. Gemütlich ist die Runde nicht, die Spitzenkandidaten von AfD und CDU sind zügig im Angriffsmodus. Warum sind sie als Ministerpräsidenten am besten geeignet, ist eine der ersten Fragen. „Weil ich die Sprache des Volks am besten spreche“, sagt Siegmund. „Weil ich nicht nur labere, sondern auch liefere“, entgegnet Schulze. 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Es geht um verschiedene Themenblöcke, aber schon beim Bereich Wirtschaft dreht es sich schnell um Migration. Siegmund wird gefragt, wer die „kulturfremden“ Menschen seien, die er nicht im Land haben möchte? „Kulturfremdheit beginnt dort, wo unser eigenes Werteverständnis angegriffen wird“, sagt der AfD-Spitzenkandidat, und redet von „Gruppenvergewaltigungen“ und „Messerdelikten“. Hauptproblem für ihn: Menschen aus arabischen Ländern. Er sei ja „schnell vom Fachkräftethema zum Messerthema gekommen“, sagt Sven Schulze. Er möchte lieber über die vielen Ärzte in Sachsen-Anhalt sprechen, die aus verschiedenen Ländern kommen. „Ich bin froh, dass sie hier sind.“

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Schulze reagiert fassungslos auf Aussage von Siegmund

Es geht auch um die extremen Aussagen des AfD-Politikers Dennis Hohloch, der kürzlich verkündet hatte, Deutschland brauche keine „80 Millionen Einwohner“, man könne auch mit 20 Millionen weniger leben. Siegmund distanziert sich nicht davon. Er schätze Hohloch, sagt er. „Ich höre mir viele Meinungen an.“ Sven Schulze reagiert fassungslos, dann müsse er ja „alle rausschmeißen, die Migrationshintergrund haben und dann noch welche dazu“.

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Beide Spitzenkandidaten sollten einen Gegenstand mitbringen, der für sie und ihren Weg als Problemlöser steht. Schulze hat einen Spaten dabei, als Symbol, dass Sachsen-Anhalt „kein Absteigerland“ sei, dort solle weiter investiert werden. Siegmund zeigt eine Tankquittung, als Zeichen für „eines der größten Probleme unserer Zeit“, die hohen Sprit- und Energiekosten.

Aktuell steht die AfD in Umfragen bei etwa 40 Prozent, die CDU liegt knapp 20 Prozent dahinter. Siegmund stellt klar, dass man bei der Regierungsbildung auf eine absolute Mehrheit ziele und sich seine Partei, falls das nicht klappt, nicht beteiligen wolle. In der Regel sei die Partei mit den meisten Stimmen am Zug, sagt Schulze, aber es komme auch darauf an, eine Mehrheit im Parlament bilden zu können. Könne er sich eine Kooperation mit den Linken vorstellen? Schulze erklärt zumindest, es werde bei ihm „keinen Minister von AfD oder Linkspartei geben“.  

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Duell vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Siegmund redet von „möglichen Fälschungen“

Von der AfD werden schon jetzt Zweifel gesät. „Wir werden das Wahlergebnis so respektieren wie es ist“, sagt Siegmund einerseits, redet dann aber auch von „möglichen Fälschungen“ bei der Briefwahl. 

Zum Schluss soll jeder dem anderen eine Frage stellen. Schulze will wissen, wie Siegmund sein politisches Umfeld beurteile, etwa seinen Parteifreund Hans-Thomas Tillschneider und dessen Unterstützung des Putin-Regimes. Von Siegmund kommt wieder keine Distanzierung, er spricht von „hervorragend qualifizierten“ Mitstreitern. Siegmund wiederum will von Schulze wissen, welchen Punkt der im AfD-Programm am besten finde? Kopfschütteln bei Schulze, da finde er kaum etwas, mit dem er einverstanden sei.