Donald Trump und Michael Cohen waren einst enge Vertraute, dann wurden sie zu Gegnern. Nun scheint der jahrelange Streit zwischen dem US-Präsidenten und seinem früheren Anwalt beendet zu sein. In einem Radiointerview sprechen beide auffallend versöhnlich übereinander. Cohen bezeichnet das Wiedersehen sogar als „Impossible Reunion“ – eine eigentlich „unmögliche Wiedervereinigung“.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Cohen berichtet in dem Gespräch, das am Sonntag vollständig beim New Yorker Radiosender 77WABC ausgestrahlt werden soll, von mehreren Treffen mit Trump im vergangenen Jahr. Insgesamt hätten sie sich dreimal getroffen. Die Begegnungen seien emotional gewesen. Cohen erinnerte daran, dass er 15 Jahre mit Trump befreundet gewesen sei, bevor die Politik ihr Verhältnis zerstört habe.
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Trump und Cohen sehen sich offenbar wieder auf einer Seite
Besonders auffällig ist, wie Cohen inzwischen über seinen früheren Chef spricht. Er bezeichnet Trump erneut als „Boss“ und bedankt sich bei ihm dafür, dass es den USA gut gehe. Auch Trump zeigt sich versöhnlich. Er lobt Cohen unter anderem dafür, dass dieser seine früheren Aussagen zurückgenommen habe.
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Allerdings hat Cohen seine früheren Aussagen gegen Trump nicht widerrufen. Er hatte den US-Präsidenten während der Ermittlungen und vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses schwer belastet.
Gleichzeitig verbindet die beiden inzwischen offenbar eine gemeinsame Sicht auf die Justiz. Cohen behauptete im Interview, gegen ihn und Trump sei das Justizministerium besonders stark als politisches Instrument eingesetzt worden. Trump stimmte ihm zu und sagte, Cohen sei in einer Weise „zur Waffe gemacht“ worden, wie es nur wenige Menschen erlebt hätten. Die neue Nähe kommt überraschend, wenn man auf die Geschichte der beiden Männer zurückblickt.
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Vom vertrauten Freund zur „Ratte“ und „schwachen Person“
Cohen war lange einer von Trumps engsten Vertrauten und arbeitete als dessen persönlicher Anwalt. Doch 2018 wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt – unter anderem wegen seiner Beteiligung an Schweigegeldzahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels. Im Zuge des Verfahrens wandte sich Cohen von Trump ab und kooperierte mit den Ermittlern. Trump bezeichnete ihn daraufhin als „Ratte“ und „schwache Person“. Noch 2024 nannte er seinen früheren Vertrauten einen „schmierigen Typ“.
Auch Cohen ging damals hart mit Trump ins Gericht. Bei einer Anhörung im Februar 2019 sagte er, er schäme sich dafür, an der Vertuschung von Trumps „unrechtmäßigen Handlungen“ beteiligt gewesen zu sein. Trump bezeichnete er damals unter anderem als Rassisten, Betrüger und Schwindler.
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Inzwischen hat Cohen seinen Kurs gegenüber Trump allerdings schon länger verändert. Im Januar 2026 schrieb er in einem Newsletter, er sei von den Staatsanwälten im Schweigegeldprozess „unter Druck gesetzt und gezwungen“ worden. Nun scheint aus der jahrelangen Feindschaft wieder eine Annäherung geworden zu sein. Wie dauerhaft die Versöhnung ist, bleibt abzuwarten.
mkx










