Ein russisches Gericht hat den prominenten russischen Kriegsgegner und Oppositionellen Lew Schlosberg in einem umstrittenen Verfahren zu elf Jahren und einem Monat Haft im Straflager verurteilt. Richterin Viktoria Maljamowa befand den Vizechef der liberalen Oppositionspartei Jabloko unter anderem der Verunglimpfung der russischen Streitkräfte für schuldig.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Maljamowa blieb damit leicht hinter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft zurück, die am Freitag (14. August 2026) auf zwölf Jahre und einen Monat plädiert hatte. Der 63 Jahre alte Politiker wird das Urteil anfechten, wie Schlosbergs liberale Partei Jabloko mitteilte.

Mehr rund um Russland – für Sie recherchiert

Schlosbergs Partei Jabloko steht weiterhin vor Gericht, da sie Berufung gegen den Ausschluss von der Duma-Wahl im September eingelegt hatte. Die Aussichten, dass Jabloko doch noch zugelassen wird, gelten als düster. Dem Entzug der Zulassung ist eine Klage der kremltreuen ultranationalistischen Partei Rodina vorausgegangen. Sie hatte Jabloko Verstöße gegen Russlands Wahlgesetze vorgeworfen.

Vor dem Gerichtsgebäude hatten russische Sicherheitskräfte Dutzende Unterstützer der Partei in Gewahrsam genommen. Mindestens 35 Menschen seien abgeführt worden, teilt Parteichef Nikolai Rybakow mit.

250921_569_250921_cover.jpg
Ukraine-Krieg: Sechs Frauen über Verantwortung an der Front und im Alltag
Im Krisenmodus
 

Jabloko tritt für einen Waffenstillstand in dem seit knapp viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein. Kremltreue Parteien kritisieren die Jabloko-Mitglieder als Verräter und Agenten des Westens. Zur Duma-Wahl in vier Wochen sind zehn Parteien zugelassen, die auf Kreml-Linie liegen und Putins Krieg gegen die Ukraine unterstützen.

dpa