Ein mutmaßlicher Auftragsmord mitten in einem NATO-Land: In Polen ist nach Angaben von Ministerpräsident Donald Tusk ein russischer Staatsbürger festgenommen worden, der einen US-Ukrainer im Auftrag Moskaus ermorden sollte. Der Anschlag sei „in letzter Minute“ verhindert worden, sagte Tusk am Donnerstag vor Journalisten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Bei dem geplanten Opfer habe es sich um einen US-amerikanischen Staatsbürger ukrainischer Herkunft gehandelt. Dieser sei dem russischen Regime unter Präsident Wladimir Putin als „besonders lästig“ aufgefallen, sagte Tusk. Der Verdächtige wurde den Angaben zufolge bereits am 7. August festgenommen.
Polen: Tusk warnt vor weiteren Anschlagsplänen
An der Festnahme waren dem polnischen Regierungschef zufolge der polnische Inlandsgeheimdienst ABW und die Polizei sowie amerikanische Sicherheitsdienste beteiligt. Es handle sich um den ersten bekannten Fall, bei dem eine Person auf russische Anweisung einen Anschlag auf einen US-Bürger auf dem Gebiet eines anderen NATO-Staates habe verüben wollen, sagte Tusk.
Der Regierungschef geht davon aus, dass Polen künftig erneut mit ähnlichen Aktivitäten rechnen muss. Das Land grenzt an die Ukraine und ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs ein wichtiger Unterstützer Kiews.
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Mehrere Fälle mutmaßlich politischer Morde
In Polen war im Juni bereits der russische Künstler Semjon Skrepezki, der unter dem bürgerlichen Namen Robert Kusowkow bekannt war, erschossen worden. Tusk bezeichnete die Tat später als „politischen Mord“ und äußerte den Verdacht, dass Russland den Anschlag in Auftrag gegeben haben könnte. Moskau weist eine Beteiligung an solchen Angriffen grundsätzlich zurück.
Auch in Deutschland wurden in den vergangenen Jahren russische Regierungsgegner und andere Kritiker des Kremls angegriffen. Im August 2019 erschoss ein russischer Agent im Berliner Kleinen Tiergarten einen Georgier. Der Täter wurde später zu lebenslanger Haft verurteilt, kam jedoch im Rahmen eines größeren Gefangenenaustauschs wieder frei.
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Die polnischen Behörden machten zunächst keine weiteren Angaben dazu, wer das mutmaßliche Anschlagsziel ist oder wie genau die geplante Tat verhindert werden konnte. Die Ermittlungen laufen.
mkx mit AFP








