In drei Wochen wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Es wird ein politischer Testfall. Weidel, Höcke & Co. reden über Magdeburg 2026 – aber sie üben längst für etwas anderes. Sie üben für die Bundestagswahl 2029.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Wer noch glaubt, die AfD sei ein Haufen von Radikalinskis, tumben Testosterontypen, verstrahlten Querdenkern und falsch abgebogenen Rechtskonservativen – der wird sich nach dem 6. September wundern. Die AfD ist das alles auch – aber leider inzwischen auch eine Partei, die Karrieren verspricht, Netzwerke schafft und in Ostdeutschland das ist, was die SPD mal im Ruhrgebiet oder die CSU in Bayern war: Volkspartei. Mehrheitspartei. Und möglicherweise auch künftige Regierungspartei.

Die AfD rekrutiert ihre Leute inzwischen in rechtsextremen Studentenverbindungen von Top-Universitäten, um gut ausgebildete Experten für eine reibungslose Regierungsübernahme zu haben. Sie schickt ihre besten Leute in den Wahlkampf nach Sachsen-Anhalt, damit es klappt mit der Regierungsübernahme. Das Ziel: eine absolute Mehrheit – und damit ein erstes Bundesland mit AfD-pur-Programm.
Vor diesem Horizont muss man auch den jüngsten Schritt des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke verstehen: Er bietet der BSW-Frontfrau Sahra Wagenknecht an, sie mit den Stimmen der AfD in Erfurt zur Ministerpräsidentin zu wählen. Die Taktik dahinter ist offensichtlich: Es soll das eh schon zerrüttete BSW endgültig zerlegen. Und allen Wutbürgern klarmachen: Wenn ihr schon Protest wählt, dann doch lieber gleich die AfD. Es ist kein unmoralisches Angebot. Es ist komplett vergiftet.





