Donald Trump hatte es oft genug versprochen: Sein neuer Ballsaal am Weißen Haus werde den Steuerzahler „keinen einzigen Cent“ kosten. Beglichen werde die Rechnung von ihm selbst. Und von privaten Spendern. Nach den inzwischen bekannt gewordenen internen Unterlagen war dieses Versprechen falsch. Aus dem vermeintlich privaten Prestigeprojekt ist eine gewaltige Staatsbaustelle geworden – eingebettet in Umbauten am Weißen Haus, die mindestens 927 Millionen Dollar kosten sollen und zu einem erheblichen Teil aus öffentlichen Kassen finanziert werden.
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Nach Recherchen der „Washington Post“ wurden seit Trumps Rückkehr ins Amt rund 875 Millionen Dollar in ein Instandhaltungskonto des Weißen Hauses transferiert, das normalerweise nur wenige Millionen für Reparaturen enthält. Rund 500 Millionen sollen aus Überweisungen des Secret Service und des White House Military Office stammen, 305 Millionen aus privaten Spenden. Bei weiteren etwa 70 Millionen ist die Herkunft in den eingesehenen Unterlagen unklar.
Trumps Erzählung vom großzügigen Geschenk an Amerika fällt in sich zusammen
Brisant ist weniger nur die Summe als der Weg des Geldes. Statt den Kongress transparent um Hunderte Millionen für Trumps Lieblingsprojekt zu bitten, wurden Mittel aus bereits bewilligten Etats einfach verschoben. Besonders heikel: Hunderte Millionen Dollar des Secret Service waren vom Kongress für Personal, Ausbildung, Technik und die Verbesserung des Personenschutzes vorgesehen. Nun fließt ein erheblicher Teil in Maßnahmen rund um den Umbau des Weißen Hauses.
Damit fällt auch Trumps Erzählung vom großzügigen Geschenk an Amerika in sich zusammen. Schon im Oktober 2025 hatte er erklärt, das Projekt werde „zu 100 Prozent von mir und einigen Freunden von mir“ bezahlt. Interne Planungen sahen zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits eine erhebliche Steuerfinanzierung vor. Im März lag die interne Kostenschätzung allein für das Ballsaal-Projekt bei 600 Millionen Dollar – davon sollten mehr als 300 Millionen aus staatlichen Quellen kommen.
News aus den USA
Gericht hatte Ausbau gestoppt
Der demokratische Senator Richard Blumenthal wirft der Regierung vor, den Secret Service als Tarnung zu benutzen: Dessen Schutzauftrag sei „zu wichtig, um als Nebelwand zu dienen, hinter der die Regierung die Finanzierung eines luxuriösen Ballsaals mit Steuergeld versteckt“. Senatorin Elizabeth Warren nennt Trumps Prunkprojekt einen „gewaltigen Schlag ins Gesicht amerikanischer Familien“.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Hinzu kommt die verfassungsrechtliche Front. Ein Bundesberufungsgericht hat den Weiterbau des 400-Millionen-Dollar-Ballsaals oberhalb der Erde bereits gestoppt. Für einen derart massiven Umbau des Weißen Hauses brauche Trump die Zustimmung des Kongresses, so das Urteil. Die Regierung will vor den Supreme Court ziehen.
Darin liegt politische Sprengkraft. Es geht nicht mehr nur um goldene Säle, Marmorböden oder Trumps bekannten Hang zur Monumentalarchitektur. Es geht um die Frage, ob ein Präsident ein persönliches Prestigeprojekt aufblähen, dafür Geld aus fremden Behördenetats umleiten und den Kongress vor vollendete Tatsachen stellen darf. Der „Builder-in-Chief“, wie ihn sein Sprecher nennt, wollte dem Land einen Ballsaal schenken. Nach Aktenlage hinterlässt er dem Land vor allem die Rechnung.








