Den berühmten Rosengarten hat er bereits entgrünt und zupflastern lassen. Seit Kurzem ragen vor dem Eingang nagelneue Fahnenmasten in den Himmel. Das Oval Office, gewissermaßen der heilige Ort der Regierungszentrale, ähnelt nach vielen Verschönerungen – Kritiker sagen: Verschlimmbesserungen – einer Goldgrube à la Sonnenkönig Louis XIV.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Aber damit ist Donald Trumps gestalterischer Reformdurst im und um das Weiße Haus herum nicht gestillt. Nach dem Motto „Mar-a-Lago-Versailles ist überall” verordnet der US-Präsident dem Haus des Volkes an der Pennsylvania Avenue von Washington jetzt einen 8400 Quadratmeter großen Ballsaal. Das Gebäude soll nach Plänen des Architekten James McCrery II im Stil des Neoklassizismus mit Bogenfenstern, Kronleuchtern und korinthischen Säulen hochgezogen werden und den Geist des als protzig geltenden Privat-Domizils des 47. Präsidenten an der Atlantikküste Floridas atmen.

News aus den USA

Trump lässt Ballsaal im Weißen Haus bauen – intransparente Finanzierung

Die Bauarbeiten für den Anbau, der wohl an die Stelle des „White House”-Ostflügels treten soll, beginnen im September. Die auf 200 Millionen Dollar taxierten Kosten sollen laut Trump samt und sonders aus den Schatullen patriotischer Spender bestritten werden. Konkrete Namen? Keine. Ausländische Geldgeber? Nein. Steuergelder? Nein. Sagt Trump. Die fehlende Transparenz bei der Finanzierung löst die Befürchtung aus, dass einige Milliardäre sich hier mit einem Baukostenzuschuss regierungsamtliche Gefälligkeiten einkaufen könnten.

In der neuen Location, so Trumps Vision, sollen Staatsbankette, Versammlungen mit Wirtschaftsführern und glamouröse Partys stattfinden. Bestuhlt werden dort rund 650 Gäste Platz finden. Trump beklagt seit über 15 Jahren, dass die vorhandenen Räumlichkeiten für Großveranstaltungen nicht geeignet seien. Er bot zu Zeiten der Obama-Präsidentschaften (ab 2009) an, einen Ball-Saal zu bauen. Was abgelehnt wurde.

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Seit Amtsantritt 2017 sind Trump Party-Zelte, die zu ausgesuchten Anlässen in Laufweite des Weißen Hauses aufgebaut werden, ein Graus. „Wenn es regnet, ist das eine Katastrophe. Die Frauen in ihren schönen Abendkleidern, mit frisierten Haaren, sind völlig durcheinander, wenn sie dort ankommen.” Aber sind das wirklich gerade die drängendsten Probleme in Amerika?

„Opulentes Denkmal“: Scharfe Kritik der Demokraten an Trump-Plänen

In Zeiten schleppender Arbeitsmarktzahlen, massiver Etat-Kürzungen im Sozialbereich plus Steuergeschenken für Reiche kommt die „Schöner Feiern”-Aktion des ehemaligen Immobilien-Moguls von Beginn an in schweres Fahrwasser. Demokraten wüten darüber, dass Trump sich ein „opulentes Denkmal” setzen wolle. Geplante Inbetriebnahme: noch vor 2029. Kongress-Abgeordnete der Opposition sehen in dem Bau eine Provokation für den amerikanischen Arbeiter, der sich angesichts steigender Lebenshaltungskosten nach der Decke strecken müsse.

Architekten wenden ein, dass die Optik des seit der Grundsteinlegung 1792 mehrfach veränderten Gebäude-Ensemble (Südportikus, Nordportikus, Ostflügel, Westflügel und Truman-Balkon gehören nicht zum Urzustand) nachhaltig verändert werde. Dem widerspricht die 1961 von First Lady Jacqueline Kennedy gegründete „White House Historical Association” und begrüßt die Hinzufügung einer weiteren ikonischen Bau-Komponente.