Empörung über mutmaßlichen Siedlerangriff auf US-Fotografin
Führende israelische Oppositionspolitiker haben einen mutmaßlichen Siedlerangriff auf eine US-Fotografin im besetzten Westjordanland scharf verurteilt. Der Vorsitzende der linksliberalen Demokraten, Jair Golan, schrieb bei X, Heidi Levine von der "Washington Post" habe ihm bei einem Besuch von den "Momenten des Schreckens" berichtet. "Von der furchtbaren Angst, möglicherweise nicht lebend davonzukommen. Von den Schlägen, dem Blut und davon, wie die Angreifer sie verletzt am Boden zurückließen."
Golan schrieb dazu: "Eine 65 Jahre alte Frau, konfrontiert mit einer Gruppe hasserfüllter jüdischer Randalierer." Es breche ihm das Herz. "Und es bringt mein Blut zum Kochen." Der ehemalige Vize-Generalstabschef warnte vor den Gefahren des "jüdischen Terrorismus" und kündigte an, nach einem Sieg der Opposition bei der Parlamentswahl am 27. Oktober werde man die Sicherheit wiederherstellen. Auch der Hauptrivale des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei der Wahl, Ex-Militärchef Gadi Eisenkot, hatte den Angriff klar verurteilt und harte Schritte gegen die Täter gefordert. US-Außenminister Marco Rubio sagte, die Regierung sei sehr beunruhigt über die Bilder und habe die israelische Regierung aufgefordert, gegen derartige Vorfälle vorzugehen.
Der Sohn der Fotografin, Michael Milner, sagte dem israelischen Kan-Sender, seine Mutter liege im Krankenhaus und könne nicht aufstehen. "Vier Rückenwirbel wurden ihr gebrochen. Einer ihrer Finger wurde beinahe abgetrennt." Sie sei durch das Geschehene "psychisch schwer erschüttert". Levine arbeite seit mehr als 40 Jahren als Fotografin, vor allem in Kriegsgebieten, darunter in der Ukraine, Russland, Afghanistan und Syrien. "Aber einen solchen Angriff hat es noch nie gegeben", sagte der Sohn dem Sender. "Noch nie habe ich erlebt, dass sie Opfer einer solchen Lynchattacke wurde."