Hat er anders föhnen oder kämmen lassen? Waren ein Toupet oder ein „hairpiece” im Spiel? Liegt es an neuem Haarspray, innovativen Produkten, die das Haar in Windeseile verdichten? Oder hat sich der Präsident der Vereinigten Staaten, wie es unter 80-Jährigen vorkommen soll, einfach nur von einem hippen Stylisten eine neue Tönung verpassen lassen?

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Seit Donald Trump bei seinem Auftritt im Red Rock Ressort in Las Vegas, wie Fernseh-Aufnahmen und Agenturfotos belegen, am Dienstag ein erkennbar voluminöseres, gleichmäßiger verteiltes und leicht erdbeerblondes Haupthaar präsentierte, hat Amerika ein neues Gesprächsthema: Was ist los auf dem Kopf von „Potus”? 

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Weil das Weiße Haus und der Protagonist schweigen, schafft sich die Rätsel-Community in sozialen Medien ihre eigene Wirklichkeit. Innerhalb weniger Stunden entstanden dutzende von Künstlicher Intelligenz getriebene Montagen und Videos. Trump trägt darin eine orange-blonde Afro-Mähne, eine bodenlange Löwenfrisur oder plötzlich pechschwarzes, schulterlanges Haar.

Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt eine Verhohnepiepelung der Präsidentenmaschine Air Force One: Auf dem Rumpf flattert eine riesige blonde Haarsträhne im Fahrtwind. Der Spitzname liegt auf der Hand: „Hair Force One”. 

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Der Witz funktioniert, weil Trumps Frisur fester Bestandteil seiner politischen Marke geworden ist. Seit dem Beginn der ersten Präsidentschaftskandidatur 2015 gehört Trumps Haar fast so zuverlässig zum öffentlichen Diskurs wie seine überlangen roten Krawatten. Damals ließ er bei einem Wahlkampfauftritt sogar eine Zuschauerin auf die Bühne kommen, damit sie kurz an seinen Haaren zupfen konnte: Die Botschaft: alles echt. Dass er reichlich Haarspray benutze, räumte er dagegen freimütig ein. 

U.S. President Trump boards Air Force One before departing Joint Base Andrews, Maryland en route West Virginia
Zieht der Wind auf, ist auf Donald Trumps Kopf jede Menge los.© Reuters | Reuters

Seither entstanden unzählige ikonische Bilder; vor allem, wenn Windböen auf Rollfeldern oder Golfplätzen die kunstvoll nach vorne und über den Hinterkopf ziselierten Strähnen in alle Himmelsrichtungen schickten. 

Seine Fans reagierten erwartungsgemäß enthusiasmiert auf den Las Vegas-Aufttritt. „Es ist mir völlig egal, was irgendjemand sagt. Das ist der Beweis dafür, dass Präsident Trump rückwärts altert“, schrieb „Maga Voice” auf dem Portal X. „Sein Haar sieht heute absolut fantastisch aus.“ Aber warum? 

Im Januar hatte der Friseur Gustav Fouche gegenüber der britischen Daily Mail ausgeführt, dass Trumps farbverändertes Haar mit einer Tönung zusammenhängen könnte. „Um einen silbernen oder helleren blonden Look zu erzielen, werden oft Violetttöne hinzugefügt, um Gelbtöne zu neutralisieren“, dozierte der Coiffeur. „Wenn jedoch zu viel Violett verwendet wird oder es etwas zu lange einwirkt, kann sich die Farbe verschieben und das Haar eher rosa als kühl oder neutral erscheinen lassen.“ Aha.

Umso größer war die Ernüchterung, als das Haar des Präsidenten am Donnerstag bei einer der ritualhaften Schreibtisch-Sessions im Oval Office fast wieder die gewohnte Dünne angenommen hatte. Auch später, als Trump die Olympioniken von Team USA empfing, war das rapide schütter werdende Haar des Präsidenten wieder klar zu sehen.