Der Staat darf Kinder und Alleinerziehende nicht für das Versagen anderer bestrafen. Genau das droht aber mit den Plänen von Familienministerin Karin Prien (CDU), den Unterhaltsvorschuss künftig nur noch bis zum 16. statt bis zum 18. Lebensjahr zu zahlen. Gespart wird ausgerechnet dort, wo der Staat einspringen muss, weil ein Elternteil seiner gesetzlichen Pflicht nicht nachkommt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der Unterhaltsvorschuss ist keine großzügige Sozialleistung, sondern ein Sicherheitsnetz. Er soll verhindern, dass Kinder die Folgen ausbleibender Unterhaltszahlungen ausbaden müssen. Wer diese Unterstützung kürzt, löst das eigentliche Problem nicht. Er verlagert es auf die Familien, die ohnehin schon besonders häufig von Armut bedroht sind. Auch kosten Jugendliche mit 16 oder 17 Jahren nicht plötzlich weniger als zuvor, im Gegenteil.
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Unterhalt: Viele Alleinerziehende gehen leer aus
Die eigentliche Baustelle liegt woanders. Rund die Hälfte aller Alleinerziehenden erhält keinen oder keinen ausreichenden Unterhalt von ihren Ex-Partnern. In den allermeisten Fällen sind es Väter, die ihrer Verantwortung nicht nachkommen. Dem Staat gelingt es aber nicht, sich mehr als einen Bruchteil des vorgestreckten Geldes zurückzuholen. Das ist kein Argument gegen den Unterhaltsvorschuss, sondern gegen ein System, das zahlungsunwillige Unterhaltsschuldner viel zu oft davonkommen lässt.

Andere Länder zeigen, dass es besser geht – mit konsequenteren Rückforderungen und wirksamen Sanktionen. Wer den Sozialstaat entlasten will, sollte genau da ansetzen. Nicht Kinder und Alleinerziehende müssen stärker belastet werden, sondern diejenigen, die sich ihrer Verantwortung entziehen.





