Es fehlt an Geld, überall im deutschen Sozialsystem. Aber vor allem die Rentenversicherung klagt seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten über eine chronische Unterfinanzierung. Immer mehr Rentnerinnen und Rentner stehen immer weniger Beitragszahlern gegenüber. Die demografische Entwicklung ist ungünstig. Und das ist seit Langem bekannt.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Dass die Rentenbeiträge steigen, liegt in der Natur der Sache, möchte man meinen. Wo Geld fehlt, muss Geld hin. Doch so einfach ist es natürlich nicht. Die staatliche Rente leistet viel und ist in sich stabil. Das ist eine Menge wert. Nur das Prinzip der Umlage funktioniert nicht mehr.
Auch interessant
Mögliche Anlagen an den Finanzmärkten
Das Geld, das reinkommt, wird sofort wieder für die Rentenbezieher ausgegeben. Es wird nicht zwischengelagert in möglichen Anlagen an den Finanzmärkten, die Rendite versprechen. So schaufelt man den einen Haufen Geld auf den anderen Haufen Geld. Da sind andere europäische Länder schon weiter, die Teile der Rente aus einem kapitalgedeckten System finanzieren – zum Beispiel Schweden oder Dänemark.
Eine Umstellung des Umlageprinzips auf ein kapitalgedecktes System ginge allerdings nicht von heute auf morgen und würde die akuten Probleme zunächst auch nicht lindern. So wird es vermutlich mit allen Reformen sein, die von der Rentenkommission Ende Juni vorgeschlagen werden.

Aber sicher ist: Wenn die Rentenbeiträge erhöht werden, ist es ein Zeichen dafür, dass die Rentenreform eigentlich längst zu spät kommt. Umso gespannter darf man sein, was die Rentenkommission in ihrem Bericht der Regierung vorschlagen wird. Die Erwartungen sind hoch. Einen Fehlschuss kann sie sich nicht leisten.






