Die FDP hat sich verjüngt – zumindest auf der Ebene ihres Generalsekretärs und der stellvertretenden Vorsitzenden. Bei der Abstimmung über den Generalsekretär am frühen Samstagabend gab es im Gegensatz zu der Wahl des Vorsitzenden vorher keine Überraschung. Der 45-jährige Martin Hagen aus dem Landesverband Bayern wurde wie erwartet und zuvor von dem neuen Parteichef Wolfgang Kubicki als Wunschkandidat angekündigt gewählt. Er erhielt 58,8 Prozent der Stimmen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der neue Generalsekretär Hagen gilt als jemand, der seine Thesen gerne zuspitzt. Es sei nicht schade, „wenn in einer Partei mehr als nur eine Person an der Spitze ist, die zuspitzen kann“, sagte er in seiner Bewerbungsrede vor der Wahl mit Bezug auf Kubicki. Doch im weiteren Verlauf klang er schon wie ein alterstraditioneller Liberaler, der die Lieblingsformulierungen der FDP-Anhänger aus dem FF kennt: „Wir müssen dafür sorgen, dass sich Leistung wieder mehr lohnt“, sagte er. Forderungen von Vertretern der SPD-Regierungspartei, die Spitzenverdiener steuerlich stärker zur Kasse zu bitten, wies er entschieden zurück.

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Drei Stellvertreterinnen und Stellvertreter von Kubicki

Der AfD sagte er den Kampf an. Es mache keinen Unterschied, ob der Nachname Höne lautet oder Djir-Sarai (der frühere Generalsekretär der FDP, d. Red.). „Wer Menschen aufgrund ihrer Abstammung abspricht, Deutsche zu sein, dessen Geisteshaltung ist von der unsrigen kilometerweit weg“, sagte Hagen. Und: „Wo Freiheit ist, da ist alles möglich.“

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Auch bei der Wahl der Partei-Vizes lief es nach dem Drehbuch Kubickis. Alle drei Stellvertreterinnen und Stellvertreter, die er vorschlug und deren Namen er auch vorher schon veröffentlicht hatte, kamen durch: der 29-jährige Henning Höne wurde mit 71,0 Prozent der Stimmen gewählt, die 36-jährige Svenja Hahn erhielt 71,5 Prozent und die 45-jährige Linda Teuteberg kam auf 66,4 Prozent.

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Partei-Vize Höne muss Landtagswahl in NRW erfolgreich gestalten

Höne ist Fraktionschef der FDP im nordrhein-westfälischen Landtag. Die Gründe für seinen Rückzug als Partei-Chef-Kandidat sind vielschichtig. Einer ist, dass Höne für die FDP die im April 2027 anstehende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen erfolgreich gestalten muss. Die Hamburgerin Svenja Hahn sitzt für die Liberalen im Europaparlament. Dort ist sie Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel, im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz. Und in der Delegation für die Beziehungen zur China ist sie die Stellvertreterin.

Linda Teuteberg aus Potsdam ist die bundespolitisch erfahrenste Politikerin dieser Runde. Sie war von 2017 bis 2025 Mitglied des Bundestags, von April 2019 bis September 2020 Generalsekretärin der FDP unter Parteichef Christian Lindner. Sie engagiert sich ehrenamtlich als stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.“ und als stellvertretende Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung.