Der Gesundheitszustand der inhaftierten iranischen Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist kritisch, nachdem sie im vergangenen Monat einen Herzinfarkt erlitten hatte, berichten Unterstützer am Mittwoch. Die für ihren Einsatz für die Menschenrechte Ausgezeichnete befinde sich demnach in Lebensgefahr. Ihre Familie und ihr Anwaltsteam stellten bei einem Haftbesuch am Wochenende „deutliche Anzeichen für eine Verschlechterung ihres Allgemeinzustands fest“, teilte Mohammadis Stiftung mit.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Ende März hatte ihr Unterstützerkreis nach einem Besuch ihrer Anwälte und eines Familienmitglieds im Gefängnis von Sandschan im Norden des Iran mitgeteilt, dass Mohammadi kürzlich offenbar einen Herzinfarkt erlitten habe, welcher nur unzureichend behandelt worden sei.
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Nach dem jüngsten Besuch berichtete ihre Familie nach Angaben ihres in Norwegen lebenden Bruders Hamidresa, dass Mohammadi „extrem geschwächt ist und erheblich an Gewicht verloren hat“. Seine Schwester werde in „einer Zelle mit Insassinnen festgehalten, die wegen Mordes angeklagt sind, und wurde von einigen von ihnen mehrfach mit dem Tod bedroht“.
Mohammadi war vor Beginn der brutal niedergeschlagenen Protestwelle im Iran festgenommen worden, nachdem sie im Dezember einer Trauerfeier für einen zuvor tot aufgefundenen Anwalt eine Rede gehalten hatte. Anfang Februar wurde sie von einem Gericht wegen „Versammlung und Absprache zur Begehung von Straftaten“ zu sechs Jahren Haft verurteilt.
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Mohammadi setzt sich gegen Kopftuchzwang ein
Die 53-jährige Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. Sie hat einen Großteil der vergangenen zehn Jahre im Gefängnis verbracht und ihre beiden Kinder, die in Paris leben, seit 2015 nicht mehr gesehen.
2023 wurde Mohammadi für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend für sie ihre beiden Kinder in Oslo entgegen.
Im Dezember 2024 wurde Mohammadi aus gesundheitlichen Gründen aus ihrer Haft im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis freigelassen – dies sei aber nur vorübergehend, wurde damals betont. Zudem durfte die Menschenrechtsaktivistin den Iran nach eigenen Angaben nicht mehr verlassen.
os/dpa








