Manchmal sagt ein Termin mehr über Politik aus als jede Regierungserklärung. Der Super Bowl gehört zweifellos dazu. Während viele Berlinerinnen und Berliner gerade ihre Nebenkostenabrechnung studieren wie ein kompliziertes Sudoku, hebt eine Delegation aus der Hauptstadt im Business-Class-Sitz Richtung Kalifornien ab.

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Mit dabei: Senatorin Iris Spranger (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik. Drei Tage USA, rund 33.500 Euro Reisekosten – und für Erstere ein Besuch beim größten Sportevent der Welt inklusive. Man kann das „Dienstreise“ nennen. Oder: politisches Fingerspitzengefühl auf Fernreise.

Wie ein Elefant im Porzellanladen

Natürlich hat die Reise offiziell einen ernsten Hintergrund. Berlin will NFL-Spiele an die Spree holen, internationale Aufmerksamkeit gewinnen und sich über Polizeiarbeit, Drohnen und Katastrophenschutz informieren. Alles legitime Themen. Nur bleibt ein kleiner Schönheitsfehler: Der Super Bowl wirkt in dieser Geschichte ungefähr so dezent wie ein Elefant im Porzellanladen.

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Politik lebt nicht nur von richtigen Entscheidungen, sondern auch vom richtigen Gefühl für den Moment. Und der Moment ist gerade einer, in dem viele Menschen jeden Euro zweimal umdrehen. Da wirken Business-Class-Flüge schnell wie ein Paralleluniversum – mit besseren Snacks und mehr Beinfreiheit.

NFL-Träume in den USA statt Realpolitik in Berlin

Vielleicht bringt die Reise am Ende tatsächlich neue NFL-Spiele nach Berlin und wertvolle Kontakte für Polizei und Katastrophenschutz. Das wäre schön. Bis dahin bleibt allerdings ein Eindruck hängen: Während die einen versuchen, ihre Haushaltskasse zu stabilisieren, übt die Politik schon mal die perfekte Hail Mary – direkt über den Atlantik.